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Zwei neue Studien zu PSA, doch kein Ende der Diskussion

Neu-Isenburg (ple). Zwei große Studien zum PSA-Screening kommen zu konträren Ergebnissen: In der einen Studie war die Sterberate durch Prostata-Ca bei regelmäßigem Screening nicht erniedrigt, in der anderen war sie mit PSA-Screening um 20 Prozent niedriger.

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Auch bei BPH ist der PSA-Wert oft erhöht.

Auch bei BPH ist der PSA-Wert oft erhöht.

© Foto: Löppert Pharma

Die Hoffnung, dass mit den Ergebnissen der beiden Studien die Diskussion um den Nutzen des PSA-Screenings und der digital-rektalen Untersuchung beendet ist, hat sich nicht erfüllt. In der Studie PLCO* mit über 75 000 Männern betrug nach 7 bis 10 Jahren Untersuchungsdauer die Prostata-Ca-Sterberate etwa 2 pro 10  000 Personen-Jahre und war damit sehr niedrig. Sie unterschied sich nicht signifikant zwischen der Screening- und der Kontrollgruppe. Allerdings: Auch in der Kontrollgruppe nahm etwa die Hälfte an der PSA-Bestimmung und der digital-rektalen Untersuchung teil. Der Unterschied zur Screeninggruppe: Dort waren es 90 Prozent.

Zu einem ganz anderen Ergebnis kommt die Auswertung der ERSPC-Studie mit mehr als 160 000 Männern: Eine PSA-Bestimmung alle vier Jahre trug dazu bei, dass die Prostata-Ca-Sterberate 20 Prozent niedriger lag als in der Kontrollgruppe, in der bei keinem der Männer PSA getestet wurde. Das bedeutet, dass nach neun Jahren durch das Screening pro 10 000 Männern die Zahl der Männer, die an den Folgen eines Prostata-Ca starben, um sieben reduziert wurde: Um einen Todesfall durch zu verhindern, muss bei mehr als 1400 Männern ein PSA-Screening erfolgen, und es müssen zusätzlich 48 Männer behandelt werden (NEJM 360, 2009, 1310, 1320, 1351).

Ein PSA-Screening habe höchstens einen leichten Effekt auf die Prostata-Ca-Sterberate während der ersten zehn Jahre des Follow-up, so Dr. Michael J. Barry aus Boston, USA, in einem Kommentar zu den beiden Studien. Dieser Nutzen gehe aber auf Kosten eines Zuviels an Diagnostik und Therapie. So wurden in der ERSPC-Studie bei 73 000 Männern mehr als 17 000 Biopsien gemacht. Barry: "Die Kernfrage ist nicht, ob das PSA-Screening effektiv ist, sondern ob es mehr nützt als schadet."

*PLCO: U.S. Prostate, Lung, Colorectal, and Ovarian Cancer Screening Trial.

ERSPC: European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer

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