Direkt zum Inhaltsbereich

Moderna

Zweiter Corona-Impfstoff mit vielversprechenden Daten

Nach BioNTech/Pfizer meldet nun auch Moderna sehr positive Zwischenergebnisse von seiner mRNA-Vakzine. Der Impfstoff gegen SARS-CoV-2 wurde auch in Risikogruppen geprüft.

Von Wolfgang Geissel Veröffentlicht:
Zwei Impfstoffe, nahezu identische Ergebnisse. Dies könnte auch ein Hinweis auf die Wirksamkeit des mRNA-Impfprinzips sein.

Zwei Impfstoffe, nahezu identische Ergebnisse. Dies könnte auch ein Hinweis auf die Wirksamkeit des mRNA-Impfprinzips sein.

© ActionGP/stock.adobe.com

Cambridge. Auch von einem zweiten mRNA-Impfstoff gegen SARS-CoV-2 gibt es jetzt sehr positive Zwischenergebnisse aus einer Phase-III-Studie: Nach den vorläufigen Daten hatte der von Moderna entwickelte Impfstoff¨ „mRNA-1273“ eine Wirksamkeit von über 90 Prozent, sicherheitsrelevante Ereignisse wurden nicht registriert.

Das Unternehmen will in den nächsten Wochen eine Notfallzulassung bei der US-Arzneibehörde FDA beantragen und hofft, nach Abschluss der Studie, auch in Europa eine Zulassung zu bekommen. Die Publikation der Studiendaten sei in Vorbereitung.

In einer Pressemitteilung stellt das Unternehmen vorläufige Daten aus seiner COVE-Studie vor. Diese waren vom unabhängigen „Data Safety Monitoring Board“ (DSMB) der Studie mitgeteilt worden, so Moderna.

An der Studie nehmen 30.000 Probanden im Alter ab 18 aus den USA teil, darunter sind 7000 im Alter über 65 Jahren, 5000 aus Risikogruppen (etwa Diabetes, schwere Adipositas oder kardiovaskuläre Erkrankungen) sowie über 11.000 Angehörige ethnischer Minderheiten (wie Afroamerikanern oder Latinos). Je die Hälfte der Probanden wurden nach dem Zufallsprinzip entweder mit der Vakzine oder mit Placebo geimpft.

94,5 Prozent Wirksamkeit

Primärer Endpunkt ist ein Beleg für eine COVID-19-Erkrankung mindestens zwei Wochen nach kompletter Impfung mit zwei Dosen. Die Zwischenanalyse basiert auf 95 solcher Fälle. 90 der Erkrankungen gab es danach in der Placebo- und fünf in der Verumgruppe; das entspricht einer Wirksamkeit der Vakzine von 94,5 Prozent (p<0,0001).

Als sekundärer Endpunkt wurden elf schwere COVID-19-Verläufe registriert, und zwar alle in der Placebogruppe. Die Studie soll beendet werden, wenn insgesamt 151 COVID-19-Fälle aufgetreten sind und es eine Verlaufskontrolle der Impflinge von im Schnitt mehr als zwei Monaten gibt.

Viele Daten zu Risikogruppen

Moderna teilt zudem einige Details mit: Von den 95 Infizierten waren danach 15 Senioren im Alter über 65 sowie 20 Angehörige ethnischer Minderheiten (12 Latinos, 4 Afroamerikaner, 3 Asiaten sowie 1 multiethnischer Proband). Signifikante Sicherheitsbedenken gab es nicht, die Impfung wurde insgesamt gut vertragen.

Zwei Prozent aus der Impfgruppe hatten meist vorübergehende schwerere Nebenwirkungen (Grad 3). Nach der ersten Dosis waren Schmerzen an der Injektionsstelle am häufigsten (2,7 Prozent), nach der zweiten Dosis Fatigue (9,7 Prozent), Myalgie (8,9 Prozent), Arthralgie (5,2), Kopfweh (4,5) Schmerzen (4,1) sowie Erythem/Rötungen an der Injektionsstelle (2,0).

Der Impfstoff „mRNA-1273“ enthält die genetische Information für das stabilisierte Präefusions-Spike (S)-Protein von SARS-CoV-2. Die Vakzine wurde von Moderna und Forschern des „US-National Institute of Allergy and Infectious Diseases“ (NIAID) entwickelt.

Details zum „mRNA-1273“-Studienprogramm unter www.modernatx.com/COVID19

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Mit Daten von 4,2 Millionen Menschen

US-Analyse: COVID-19 verdoppelt Risiko für chronische Rhinosinusitis

Berufsobergericht für Heilberufe Berlin

Urteil: Kein Maulkorb für Ärzte wegen Äußerungen zu COVID-Pandemie

Juli-Sitzung des CHMP

Acht Pharma-Innovationen auf der Zielgeraden zur EU-Zulassung

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Impfungen – ob Influenza oder Reisezeit

© Springer Medizin Verlag GmbH

Impfungen – ob Influenza oder Reisezeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kasuistik

Atypische Stirnfalten: Wo kommen sie her?

Tipps von KI-Expertin

So hilft Künstliche Intelligenz den MFA im Praxisalltag

Lesetipps
Eine Puppe liegt dreckig auf dem Boden.

© fotogeng / stock.adobe.com

Dissoziation

Umgang mit Trauma und PTBS: Was kann die Hausarztpraxis leisten?

Wenn das Bindegewebe im Becken an Spannung verliert oder geschädigt wird, droht ein Descensus genitalis. Wichtig sind Aufklärung und Beratung der betroffenen Frauen.

© H_Ko / Stock.adobe.com

Genitalsenkung

Descensus genitalis: Aktualisierte Empfehlungen auf S3-Niveau