Paravasat-Prophylaxe

i.v.-Therapie mit flexiblen Kanülen!

Paravasate von Tumortherapeutika sind gefürchtet, aber meist vermeidbar.

Veröffentlicht:

Wenn ein intravenös zu verabreichendes Tumortherapeutikum in das umliegende Gewebe gelangt, kann das Folgen haben, die von der lokalen Entzündung bis zu großflächigen Nekrosen, Funktionsverlust der Extremität, ja bis zur Amputation reichen können.

In der S3-Leitlinie zur onkologischen Supportivtherapie werden Substanzen tabellarisch nach ihrem Schädigungstyp aufgeführt, ob sie also nekrotisierend wirken (Vesicans), nur reizend (Irritans) oder nicht gewebeschädigend sind (Non Vesicans). Dies zu wissen, ist bereits eine wichtige Präventionsmaßnahme.

Weiterhin wird empfohlen, den Gefäßzugang möglichst in Unterarmmitte anzulegen und dieselbe Vene nicht mehrfach zu punktieren. Flexible Kanülen sind zu bevorzugen und sicher zu fixieren, "möglichst mit Einsicht auf die Punktionsstelle".

Applikation nicht gegen Widerstand

Zur Lagekontrolle des Gefäßzugangs gehört die Aspiration von Blut und die Spülung mit Kochsalzlösung. Letzteres wiederholt sich nach der Applikation, um Substanzrückstände zu verhindern. Die Applikation soll nicht gegen Widerstand erfolgen, der Zugang muss regelmäßig kontrolliert werden.

Müssen mehrere Medikamente intravenös verabreicht werden, kommt zuerst das Vesicans an die Reihe. Von der Applikation mit Perfusor und Dauerinfusionen über einen peripher venösen Zugang wird abgeraten. Bolus-Injektionen sollten bevorzugt über ein Y-Stück vorgenommen werden.

Kommt es doch zu einem Paravasat, soll zunächst so viel wie möglich aspiriert und erst dann unter Aspiration die Kanüle oder Portnadel entfernt werden. Außer Allgemeinmaßnahmen und der Schmerztherapie stehen verschiedene Antidota zur Verfügung. Hilfreich kann zudem die lokale Thermotherapie sein. (ner)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Komplementärmedizin

Gefährdet Alternativmedizin das Überleben bei Brustkrebs?

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

© samunella / stock.adobe.com

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

New Orleans

Herzkongress ACC 2026: Das sind die wichtigen neuen Studien

Lesetipps
Eine sehr einfache Illustration eines Darms mit verschiedenen Kapseln drin.

© Dragon Claws / stock.adobe.com

Insbesondere Clindamycin, Fluorchinolone und Flucloxacillin

Antibiotika wirken sich offenbar langfristig auf das Darmmikrobiom aus