Corona-mRNA-Impfstoff

Ansturm auf CV-NCOV-001-Impfstudie in Tübingen

168 Probanden brauchen Tübinger Forscher für ihre Corona-Impfstoff-Studie. Insgesamt 4000 Menschen wollen aber teilnehmen. Für die Studienärzte eine „Luxuslage“.

Veröffentlicht: 12.07.2020, 11:59 Uhr
Ein großer Pieks für die Menschheit.

Ein großer Pieks für die Menschheit.

© Christoph Schmidt / dpa

Tübingen. Rund 4000 Freiwillige haben sich in der Tübinger Universitätsklinik als Probanden für die dortige Corona-Impfstudie gemeldet. „Wir sind in einer Luxuslage wie noch bei keiner klinischen Studie. Sonst müssen wir um Probanden ringen“, sagte Studienleiter Professor Peter Kremsner der Nachrichtenagentur dpa.

Kremsner ist Direktor des Instituts für Tropenmedizin, an dem die Studie CV-NCOV-001 durchgeführt wird. Für die Studie werden auch im belgischen Gent, in Hannover und München Probanden geimpft.

In der Phase-1-Studie an gesunden 18- bis 60-Jährigen sollen Sicherheit und Immunogenität der SARS-CoV-2-Vakzine CVnCoV untersucht werden. Der mRNA-Impfstoff des Tübinger Startups CureVac kodiert das Spikeprotein des Coronavirus‘, das die rezeptorbindende Domäne (RBD) beinhaltet.

In der Studie sollen insgesamt 168 Teilnehmer randomisiert entweder zwei Dosen der Vakzine oder Placebo im Abstand von 28 Tagen erhalten (NCT04449276). Geplant ist auch eine Dosiseskalation von 2, 4 und 8 μg. In zehn Kontrollterminen soll binnen 13 Monaten das Sicherheitsprofil der Vakzine ermittelt werden.

In sekundären Endpunkten wollen die Studienärzte außerdem etwa die Antikörpertiter gegen das SARS-CoV-2-Spikeprotein ermitteln. Das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hatte die klinische Studie Mitte Juni genehmigt.

Seit Studienbeginn sollen bereits rund 50 Probanden eine Impfung erhalten haben. Laut Kremsner sind noch keine überraschenden Nebenwirkungen aufgetreten. „Bisher ist alles im grünen Bereich“, sagte er der dpa. Es gebe weder sensationelle noch erschreckende Befunde. Jeder Proband erhält 1300 Euro als Entschädigung.

CV-NCOV-001 ist eine von derzeit zwei in Deutschland laufenden Impfstoffstudien. Bereits Ende April hatte das Mainzer Startup BioNTech die Genehmigung für eine klinische Phase-1/2-Studie erhalten. In der nicht-randomisierten Open-Label-Studie BNT162-01 werden Sicherheit und Dosis von vier mRNA-Vakzin-Kandidaten ermittelt (NCT04380701). BioNTech kooperiert bei der Entwicklung seines Corona-Impfstoffs mit Pfizer. (nös/dpa)

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