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Umfrage

KV Berlin warnt vor Arznei-Engpässen: Patienten wollen Medikamente hamstern

Die KV Berlin blickt mit Sorge auf Herbst und Winter. In den Praxen seien Arznei-Engpässe schon jetzt Thema. Die Lage könnte sich mit der Erkältungs- und Grippezeit weiter verschärfen.

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Zu wenig Medikamente: Arznei-Engpässe spüren Praxen in Berlin schon jetzt.

Zu wenig Medikamente: Arznei-Engpässe spüren Praxen in Berlin schon jetzt.

© Mathias Richter / Stock.adobe.com

Berlin. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin zeigt sich alarmiert. In der Hauptstadt gebe es bereits jetzt einen Engpass bei Medikamenten, heißt es in einer Pressemitteilung von Montag mit Verweis auf eine Umfrage in Praxen.

Laut KV geben berichten in der Befragung 82 Prozent der mehr als 430 teilnehmenden Praxen, dass Patienten schon heute nicht mehr alle benötigten Medikamente erhalten. 61 Prozent der Umfrageteilnehmer geben an, dass vor allem Antibiotika fehlen. Mangelware sind auch Blutdruck- (20 Prozent), Fieber- und Schmerzmitteln (jeweils neun Prozent). Häufig genannt werden auch Asthmamedikamente und Augentropfen.

Patienten versuchen, Arzneien zu bevorraten

Knapp 61 Prozent der Praxen befürchten, dass sich Patienten in den kommenden Wochen und Monaten nicht ausreichend mit Medikamenten versorgen können. Über die Hälfte der Befragten berichtet, dass Patienten und Patientinnen als Vorsichtsmaßnahme Arzneien offenbar gerne zu Hause horten wollen.

Sie bäten schon jetzt um Verordnungen, die sie erst in den nächsten Monaten benötigen. Von einer solchen unnötigen Bevorratung rät die KV in ihrer Mitteilung ab. Die Medikamente fehlten dann möglicherweise an anderer Stelle akut.

Das Fazit der KV aus der Umfrage: „Die von Bundesminister Lauterbach für den Herbst und Winter geschätzte mögliche angespannte Versorgungssituation“ sei „schon längst da“. Das zeige, dass die Politik aus den massiven Lieferproblemen des letzten Jahres nicht gelernt habe.

Das Thema Medikamentenmangel müsse nun ganz oben auf die Prioritätenliste des Bundesgesundheitsministeriums. Bei der Umfrage wurden Antworten von 431 Praxen ausgewertet. Rund 44 Prozent der Befragten waren Hausärzte, zehn Prozent Kinderärzte. (juk)

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