Für angehende Landärzte

Arzt werden ohne 1,0-Abitur? Sachsen ermöglicht Medizinstudium in Ungarn

Bis Ende Januar können sich interessierte Schüler um das von Sachsen geförderte Medizinstudium in Ungarn bewerben – auch ohne 1,0-Abitur. Später müssen sie mindestens fünf Jahre auf dem Land arbeiten.

Veröffentlicht:
Medizinstudium: Um mehr Landärzte zu gewinnen, gibt es in Sachsen eine Kooperation mit der Universität im ungarischen Pécs.

Blick in einen Hörsaal: Um mehr jungen Menschen ein Medizinstudium zu ermöglichen und vor allem Landärzte zu gewinnen, gibt es in Sachsen eine Kooperation mit der Uni im ungarischen Pécs. (Motiv mit Fotomodellen)

© Robert Kneschke / Zoonar / picture alliance

Dresden. Für den diesjährigen Jahrgang des Medizinstudiums im ungarischen Pécs können sich Interessenten noch bis zum 31. Januar bewerben. Zuvor lädt die KV Sachsen dazu noch zu einer digitalen Informationsveranstaltung ein. Die Veranstaltung finde am 18. Januar ab 16 Uhr statt, teilte die KV Sachsen mit.

Hierbei geht es darum, dass künftige Allgemeinmediziner für ländliche Regionen gefunden werden sollen, für die dafür die Studiengebühren übernommen werden. Sie betragen aktuell 15.000 Euro pro Jahr. Es werden 40 Studienplätze jährlich gefördert.

„Mit einem geförderten Medizinstudium können wir einerseits jungen, engagierten Menschen ihren Traum erfüllen, Arzt zu werden“, sagte Dr. Klaus Heckemann, Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen. „Andererseits geben sie uns allen viel zurück, wenn sie nach dem Studium oder bereits zum Praktischen Jahr wieder in ihre Heimat Sachsen kommen, um hier die Facharztweiterbildung zu absolvieren und dann als Hausärztin oder Hausarzt tätig zu werden.“

Abitur-Schnitt bis 2,6 ist möglich

Bewerben könnten sich für die Studienplätze Abiturienten und Abiturientinnen, die einen Abiturdurchschnitt von bis 2,6 hätten. Außerdem kämen Schülerinnen und Schüler infrage, die im kommenden Sommer 2022 ihr Abitur ablegen werden und in der Sekundarstufe II einen Notendurchschnitt von mindestens neun Punkten vorweisen könnten.

Lesen sie auch

Die Studiengebühren für die Dauer des deutschsprachigen Humanmedizinstudiums in Ungarn trägt die KV Sachsen gemeinsam mit den sächsischen Krankenkassen und dem Freistaat Sachsen.

Nach Abschluss des Studiums absolvieren die Teilnehmenden die Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin in Sachsen und müssen im Anschluss für mindestens fünf Jahre außerhalb der Städte Dresden, Radebeul, Leipzig und Markkleeberg hausärztlich tätig sein.

Informationen zum Bewerbungsprozess

Bei der Informationsveranstaltung werde ein Absolvent der Universität Pécs gemeinsam mit seinem Patenarzt sowie dem Vorstand der KV Sachsen und Mitarbeitern der Nachwuchsförderung über das Modellprojekt berichten.

Dabei hätten die Interessenten die Möglichkeit, Fragen rund um das Studium, das studentische Leben im ungarischen Pécs und zum Bewerbungsprozess zu stellen. (sve)

Informationen zur Veranstaltung am 18. Januar ab 16 Uhr

Mehr zum Thema

Digitale Leistungserbringung

KV Sachsen: Antrag für Videosprechstunde nicht vergessen!

Das könnte Sie auch interessieren
Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann und Dr. Michael Seewald

© Anatoli Oskin / Universität Augsburg; © AstraZeneca

Umfrage unter Ärzt:innen

Nachhaltigkeit wird Kernbestandteil verantwortungsvoller Medizin

Anzeige | AstraZeneca GmbH
Wege zu mehr Nachhaltigkeit in der Arztpraxis

© Jennifer / stock.adobe.com

Zuwendung statt Rezept

Wege zu mehr Nachhaltigkeit in der Arztpraxis

Wie patientenzentriert ist unser Gesundheitssystem?

© Janssen-Cilag GmbH

Video

Wie patientenzentriert ist unser Gesundheitssystem?

Kooperation | In Kooperation mit: Janssen-Cilag GmbH
Höhen- oder Sturzflug?

© oatawa / stock.adobe.com

Zukunft Gesundheitswesen

Höhen- oder Sturzflug?

Kooperation | In Kooperation mit: Janssen-Cilag GmbH
Patientenzentrierte Versorgung dank ePA & Co?

© MQ-Illustrations / stock.adobe.com

Digitalisierung

Patientenzentrierte Versorgung dank ePA & Co?

Kooperation | In Kooperation mit: Janssen-Cilag GmbH
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vorschau aufs Wochenende

Herzkongress ESC 2025: Diese neuen Studien stehen im Blickpunkt

Lesetipps
Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte

© Daniel Karmann/dpa

Stichtage rücken näher

Warum es sich für Praxen lohnt, vor dem 1. Oktober in die ePA einzusteigen

Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung sind zwar hoch akzeptiert, aber komplett verzichten kann man auf die HbA1c-Messung (noch) nicht.

© stivog / stock.adobe.com

Evolution der Therapiesteuerung

Diabetesmanagement: Das Ende des HbA1c-Werts?

Rezeptunterschrift? Immer eigenhändig. Immer!

© detailblick-foto / stock.adobe.com

Bundessozialgericht

Rezeptunterschrift gestempelt: Internist drohen 1,24 Millionen Euro Regress