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Moderna statt BioNTech

BHÄV-Chef Beier: Spahn sofort aus dem Amt entfernen

Bayerns Ärzte haben mächtig Brass auf Gesundheitsminister Jens Spahn. Sein „Versagen“ ziehe sich wie ein roter Faden durch die Pandemie. Hausärzte-Chef Beier fordert seinen Rücktritt.

Veröffentlicht:
Ampullen mit den Impfstoffen der Hersteller Moderna (l) und Biontech

Groß oder klein? Hierzulande wird vor allem die Corona-Vakzine von BioNTech verimpft.

© Stefan Puchner / dpa

München. Bei den Ärzten in Bayern ist der Unmut über die geplante Verknappung bei der COVID-19-Vakzine Comirnaty® von BioNTech/Pfizer groß. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) müsse seine Ankündigung „umgehend rückgängig machen“, forderte die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) am Samstag in einer einstimmig verabschiedeten Resolution.

Mit der Kontingentierung gefährde der Minister die Impfkampagne massiv. „Dieses Verhalten und letzten Endes auch Versagen des geschäftsführenden Bundesgesundheitsministers zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte bisherige Pandemie“, heißt es in der Resolution der KVB-VV.

85 Prozent aller Corona-Impfungen in den Praxen im Freistaat sind nach KVB-Angaben bislang mit Comirnaty® durchgeführt worden, Spikevax® von Moderna mache nur einen Anteil von 0,2 Prozent aus. „Der Erklärungsbedarf (...) wäre gewaltig und bei der sowieso bereits enormen Arbeitsbelastung für die Ärztinnen und Ärzte sowie die Praxisteams in keiner Form zu leisten“, so die KVB am Samstag in einer Mitteilung.

Der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbands (BHÄV), Dr. Markus Beier, ging in der VV sogar noch weiter und forderte von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Entlassung Spahns. „Dieser Minister, auch wenn er nur noch geschäftsführend im Amt ist, verkündet entweder umgehend, dass dieser Schwachsinn sofort zurückgedreht wird, und wir die Impfmengen an BioNTech, die wir bestellen, auch geliefert bekommen oder er muss sofort aus dem Amt entfernt werden“, sagte er.

Die „Impfvollbremsung der Marke Spahn“, so Bayerns KV-Vertreter, werde verheerende Wirkungen haben. Es könne nicht sein, dass das „Restvertrauen“ jetzt in der Booster-Kampagne durch so einen Dilettantismus zerstört wird, so Beier. „Hier wird dem Land, den Menschen, unseren Praxen und der Gesundheit schwerster Schaden zugefügt.“ (eb)
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