Prävention und SARS-CoV-2

Bayerns Schulen beginnen mit Corona-Maskenpflicht

Befristete Maskenpflicht für Schüler und Lehrer in Bayern: Masken seien im Vergleich zu Schulschließungen „das kleinere Übel“, so Markus Söder. Und der Freistaat will noch 370.000 Laptops anschaffen.

Von Birgit Fenzel Veröffentlicht: 31.08.2020, 17:06 Uhr
Verkündete am Montag die Ergebnisse des Corona-Schulgipfels: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Verkündete am Montag die Ergebnisse des Corona-Schulgipfels: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

© dpa

München. Um mögliche Infektionen durch Reiserückkehrer einzudämmen, setzt der Freistaat auf eine befristete Maskenpflicht: Die ersten neun Tage des neuen Schuljahrs müssen Schüler und Lehrer im Unterricht ab der fünften Klasse Masken tragen. Grundschulen sind von der Regelung ausgenommen. Außerdem gilt die generelle Maskenpflicht auf dem Schulweg, im ÖPNV, im Schulhof oder auf den Gängen. Auch laufen bereits Corona-Reihentests für Lehrkräfte.

Maske als kleineres Übel

Maske oder keine Schule – bei einer solchen Alternative „ist die Maske das kleinere Übel“, erklärte Markus Söder (CSU) in der Pressekonferenz nach dem Schulgipfel, zu dem sich Vertreter von Lehrerverbänden, Bildungspolitiker, Schülern und Eltern am Montagvormittag in München getroffen hatten, um eine gemeinsam tragbare Linie für das neue Schuljahr unter Corona-Bedingungen zu vereinbaren.

Ganz einfach war das nicht. Doch nach einem immer wieder in die Verlängerung gegangenem Gipfel präsentierte sich die Runde in selten gesehener Einmütigkeit. Schließlich gab es einen gemeinsamen Nenner. „Schule muss in Bayern wieder stattfinden“, brachte ihn Söder auf den Punkt. Klar sei allen dabei auch gewesen, dass Vollunterricht vor Distanzunterricht gehe und Regelunterricht vor Wechselklassen.

Nach dem neuen 4-Stufen-Plan des Kultusministeriums gilt nach Ablauf von neun Tagen die Maskenpflicht im Unterricht nur noch dort, wo das regionale Infektionsgeschehen über einer Siebentage-Inzidenz von 35 Infektionen pro 100.000 Einwohner liegt.

In der ersten Version war die Verlängerung bereits bei 20 nachgewiesenen Infektionen pro 100.000 Einwohner vorgesehen. Das ist jetzt offenbar vom Tisch. Denn es gilt als wahrscheinlich, dass das bayerische Landeskabinett in seiner morgigen entscheidenden Sitzung der Erhöhung des Grenzwerts zustimmen wird.

Schulschließung nur als „Ultima Ratio“

Gerade am Anfang sei es wichtig, dass Schüler in einen Regelbetrieb kommen, erklärte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) die Zielsetzung seines Vier-Stufen-Plans. Dieser finde nach einer befristeten Vorsichtsmaßnahme solange statt, wie die Zahl der Corona-Infektionen in der Region unter der Siebentage-Inzidenz von 35 Infektionen bleibt.

Auch bei Überschreitung dieser Obergrenze bleibt es beim Regelunterricht – allerdings mit Maskenauflage. Erst ab 50 Infektionen werden die Klassen verkleinert und der Unterricht findet wieder im Wechsel statt. Eine komplette Schulschließung bleibe jedoch die „Ultima Ratio“, so Piazzolo. Teilschulschließungen hält er eher für wahrscheinlich. Zur Befreiung von der Maskenpflicht sagte er, dass ein Attest des Hausarztes ausreiche.

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Bei der Einschätzung der Risiko-Situation vor Ort wolle die Staatsregierung den Schulen und Gesundheitsämtern größtmögliche Handlungsfreiheit überlassen. „Die Zahlen des Kultusministeriums sind als Orientierungshilfen zu verstehen“, erklärte Piazzolo.

Weitere Empfehlungen des bayerischen Kultusministeriums zum Schulstart sind gestaffelte Pausenzeiten und Maßnahmen wie regelmäßige Lüftung der Klassenzimmer. Um das Infektionsrisiko zudem zu reduzieren, sollen künftig zusätzliche Schulbusse eingesetzt werden. Die Mehrkosten werde der Freistaat tragen, versicherte Markus Söder.

370.000 Laptops und Notebooks

Die Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände, Walburga Krefting, begrüßte es, dass Grundschulen von der Maskenpflicht im Unterricht ausgenommen sind, forderte jedoch zusätzlich weitere Investitionen. Viele Schulen seien für den Distanzunterricht zu schlecht ausgestattet.

Wie am Montag zu erfahren war, ist das Problem offenbar auch bei der Staatsregierung angekommen. Nach Aussage des bayerischen Ministerpräsidenten will der Freistaat die Digitalisierung an den Schulen durch Anschaffung von 370.000 Laptops und Notebooks voranbringen – davon seien 250.000 für Schüler und 120.000 für die Lehrer. Ob diese dann im Ernstfall zur Verfügung stehen, ist damit allerdings noch nicht gesagt. Denn bislang gibt es nur die Absichtserklärung des Ministerpräsidenten.

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