Akademisch und empathisch

DAAD zeichnet Göttinger Medizinstudent aus Syrien aus

Hervorragende akademische Leistungen, hohe Kommunikationsfähigkeit und ein gutes Einfühlungsvermögen: Das alles machte Medizinstudent Kamal Hazzouri zum Preisträger des Deutschen Akademischen Austauschdienstes.

Von Heidi Niemann Veröffentlicht:
Ausgezeichnete Arbeit: Der aus Syrien stammende Medizinstudent Kamal Hazzouri.

Ausgezeichnete Arbeit: Der aus Syrien stammende Medizinstudent Kamal Hazzouri.

© UMG

Göttingen. Der Göttinger Medizinstudent Kamal Hazzouri hat den diesjährigen Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für hervorragende ausländische Studierende erhalten.

Der 22-Jährige werde für seine herausragenden akademischen Leistungen und sein breites Engagement in der studentischen Mitverwaltung sowie in studentischen Interessenvertretungen ausgezeichnet, teilte die Universität am Mittwoch mit. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert.

Kamal Azzouri stammt aus der zweitgrößten syrischen Stadt Aleppo. 2015 floh er vor dem Bürgerkrieg nach Deutschland. Innerhalb eines halben Jahres lernte er so gut Deutsch, dass er den Sprachtest bestehen und eine Ausbildung in seinem Traumberuf beginnen konnte. Er absolvierte ein Pflegepraktikum in Bremen und Berlin, bewarb sich an allen deutschen Universitätskliniken für ein Medizinstudium und bekam drei Zusagen.

Vorbereitung auf Promotion

Dass er sich für Göttingen entschied, habe einen ganz pragmatischen Grund, sagt er: Mit dem Semesterticket der Uni Göttingen kann er kostenlos mit dem Zug nach Bremerhaven fahren, wo sein älterer Bruder als Oberarzt am Krankenhaus arbeitet. Aktuell bereitet der 22-Jährige, der inzwischen im 9. Semester angelangt ist, seine Promotion vor.

Für seine Doktorarbeit erforscht er am Institut für Pharmakologie und Toxikologie ein Protein, das bei Herzkrankheiten eine wichtige Rolle spielt. Den DAAD-Preis erhält er allerdings nicht nur für seine hervorragenden akademischen Leistungen.

Kamal Hazzouri zeige auch eine hohe Kommunikationsfähigkeit und ein gutes Einfühlungsvermögen in der Arbeit mit Patienten, lobt die Jury. Auch sein gesellschaftliches Engagement sei bemerkenswert: Der Medizinstudent ist Mitglied im Fachschaftsparlament, Beauftragter für ausländische Studierende und engagiert sich in der Bundesvertretung von Medizinstudierenden. „Durch meine Arbeit in der Fachschaft versuche ich, die Qualität des Medizinstudiums an der Göttinger Universität noch weiter zu verbessern“, sagt Kamal Hazzouri.

Dank an Bruder in Bremerhaven

Außerdem wolle er die ausländischen Kommilitonen dabei unterstützen, die Herausforderungen des Studienalltags zu meistern. Die Entscheidung für den Studienstandort Göttingen habe sich inzwischen auch aus anderen Gründen als eine gute Wahl herausgestellt: „Meine Kommilitonen und späteren Freunde haben mir das Ankommen sehr leicht gemacht. Sie haben sehr viel Rücksicht genommen und mir vor allem am Anfang extrem geholfen, als ich aufgrund von Sprachbarrieren an meine Grenzen gestoßen bin.“

Und noch einem ist Kamal Hazzouri sehr dankbar: Sein Bruder in Bremerhaven finanziert nicht nur sein Studium, sondern unterstützt ihn auch in vielen anderen Belangen. „All das macht er so selbst- und vorwurfslos, dass ich ihm gar nicht oft genug danken kann.“

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