Kommentar zur Stärkung der Pädiatrie

Es ist gut, wenn die Pandemie den Politiker-Blick schärft

Hat die Pandemie den Blick der Politiker für Schwachstellen in der Gesundheitsversorgung geöffnet? Es wäre zu begrüßen.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:

Die Pädiatrie ist eine der Fachrichtungen, in der für eine wohnortnahe und flächendeckende Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern mehr getan werden muss als bislang. Für die schon länger bestehenden Probleme gibt es mehrere Ursachen. Dazu zählen die zusätzlich eingeführten Untersuchungen, steigende Erwartungen der Familien und die aus allen Fächern bekannte Tatsache, dass ärztliche Arbeit heute auf mehr Köpfe verteilt werden muss als früher.

Dass die Zahl der Pädiater mit diesen Bedingungen nicht Schritt halten kann, spüren die Kliniken, die Kinder- und Jugendmediziner suchen und die Familien, die für ihre Kinder länger auf Termine warten oder weiter fahren müssen.

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Die Entscheidung der Schweriner Landtagspolitiker, jetzt aus einem Schutzfonds Geld zur Stärkung der pädiatrischen Strukturen bereit zu stellen, ist also zu begrüßen. Die von der Opposition gestellte Frage, ob diese Entscheidung kurz vor der Wahl nur taktisch begründet ist oder ob tatsächlich die Pandemie den Blick der Politiker auf das Gesundheitswesen geschärft hat, ist durchaus berechtigt.

Das zweite wäre wünschenswert: Die Aufmerksamkeit für die Bedingungen im Gesundheitswesen muss in der Politik hoch bleiben. Wenn die Pandemie dies bewirkt, hätte sie neben dem vielen Leid auch eine positive Folge. Die Mittel für die Pädiatrie in Mecklenburg-Vorpommern wären dann nur der Start für ein insgesamt besser ausgestattetes Gesundheitswesen.

Schreiben Sie dem Autor: gp@springer.com

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