Saarland

Ex-Pfleger wegen versuchten Mordes vor dem Kadi

Ein ehemaliger Pfleger soll aus Geltungssucht im Saarland mehrere Patienten auf dem Gewissen haben. Die Staatsanwaltschaft hat gegen ihn Anklage erhoben.

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Der angeklagte Pfleger verbüßt derzeit noch eine Haftstrafe wegen anderer Delikte. (Symbolbild mit Fotomodel)

Der angeklagte Pfleger verbüßt derzeit noch eine Haftstrafe wegen anderer Delikte. (Symbolbild mit Fotomodel)

© rangizzz / stock.adobe.com

Saarbrücken. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat gegen einen Intensivpfleger Anklage erhoben. Er wird des versuchten fünffachen Mordes verdächtigt. In weiteren möglichen Fällen wird noch ermittelt, bei 18 Toten war vor allem wegen Feuerbestattung keine Klärung mehr möglich. Mutmaßliches Motiv des Täters: Durch Medikamentenvergabe Zustände herbeiführen, in denen er reanimieren konnte.

Derzeit verbüßt der 29-Jährige eine Haftstrafe wegen Diebstahls und Betrugs. Im März hätte er seine dreijährige Strafe abgesessen. Der mit der jetzigen Anklage verbundene Antrag auf Haftbefehl dürfte dazu führen, dass der Mann nicht mehr frei kommt. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe und Sicherheitsverwahrung.

Der ausgebildete Gesundheits- und Krankenpfleger war aufgeflogen, weil er sich mehrfach in anderen Kliniken als Arzt ausgegeben hatte. Deshalb war er auch schon wegen Titelmissbrauchs zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Ermittlungen auch an früheren Arbeitsstätten

Die missbräuchliche Vergabe von Herz-Kreislauf-Medikamenten hat sich laut Anklage 2015 und 2016 in einer Klinik in Völklingen und an dem Universitätsklinikum in Homburg ereignet. Der Beschuldigte war jeweils auf Intensivstationen beschäftigt. In zwei der fünf nun zur Verhandlung anstehen Fälle überlebten die Patienten die Krisensituationen. Bei den anderen drei konnte eine Kausalität zwischen der Medikamentengabe und dem Tod nicht nachgewiesen werden, weshalb nur Mordversuch und vollendete gefährliche Körperverletzung angeklagt wird.

Im Zuge der Ermittlungen waren sieben Patienten exhumiert worden. Es gab auch Ermittlungen an früheren Arbeitsstätten des Pflegers in Frankfurt und Wiesbaden. Wie die dortigen Staatsanwaltschaften auf Anfrage der „Ärzte Zeitung“ mitteilten, ergab sich dabei jedoch kein hinreichender Tatverdacht.

Der Pfleger hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft Saarbrücken nicht zu den Vorwürfen Stellung genommen. (kud)

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