Versorgungsforschung

Hessen schließt Ausbau des Krebsregisters ab

Vom epidemiologischen zum klinischen Register: Hessen erfüllt jetzt die bundesweiten Vorgaben beim Krebsregister.

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Wiesbaden. In Hessen ist der Auf- und Umbau des Krebsregisters von einem epidemiologischen zu einem wie vom Gesetzgeber verlangten klinischen Register abgeschlossen. Kassen und Sozialministerium hätten den GKV-Spitzenverband informiert, dass alle im bundesweit gültigen Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz (KFRG) formulierten Vorgaben erfüllt seien, teilte Sozialminister Kai Klose (Grüne) mit.

Mit der Erfüllung der Förderkriterien bestehe in Hessen jetzt ein flächendeckendes Krebsregister mit gesammelten und ausgewerteten Gesundheitsdaten, so der Minister. Sie hülfen, die onkologische Versorgungssituation umfassend bewerten und auf dieser Basis Entscheidungen im Kampf gegen den Krebs treffen zu können.

Erkenntnisse für Krebsforschung

Im Register würden die stationären und ambulanten Patientendaten zu Auftreten, Behandlung und Verlauf von Tumorerkrankungen erfasst, verarbeitet und ausgewertet. Die Ergebnisse würden vor allem der Wissenschaft zur Verfügung gestellt, um neue Erkenntnisse in der Krebsforschung zu gewinnen. Die Onkologen könnten die unterschiedlichen Heilungsverläufe einsehen und so Rückschlüsse ziehen, welche Behandlungsmethode für welches Stadium einer bestimmten Tumorerkrankung am erfolgversprechendsten sei.

Das hessische Krebsregister erfasst seit 2001 zunächst als epidemiologisches Register die Krebs-Neuerkrankungen und -Sterbefälle in der Bevölkerung des Landes. Seit 2014 lief der Ausbau zum klinischen Krebsregister.

Claudia Ackermann, Landesleiterin des Verbandes der Ersatzkassen in Hessen, wies darauf hin, dass die Daten der Patienten gut geschützt seien: „Sie werden verschlüsselt und nur im gesetzlich vorgegebenen Rahmen genutzt.“ Dr. Barbara Voß, Leiterin der Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen, begrüßte den Vollzug im Bundesland als wichtigen Schritt für die geplante Zusammenführung der Daten der regionalen Register in eine bundesweite Aufstellung.

Weniger Vorsorge für Zervix-Ca

Voß wies darauf hin, dass in der ersten Coronawelle im vergangenen Jahr in Hessen weniger Frauen die Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs wahrgenommen haben. Nach einer TK-Auswertung nahmen im ersten Halbjahr 2019 33 Prozent der anspruchsberechtigten TK-versicherten Frauen einen Früherkennungstermin wahr. Im ersten Halbjahr 2020 war es nur noch gut jede Vierte (27 Prozent). In Hessen erkranken gemäß Krebsregister durchschnittlich jedes Jahr etwa 275 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. (bar)

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