Schiffsmedizin

Hygieneplan für Kreuzfahrten bewährt sich

Mit Kontaktreduktion, Masken und Schnelltests lassen sich Corona-Infekte an Bord eines Kreuzfajrtschiffes vermeiden.

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Kreuzfahrt in Zeiten von COVID-19: An Bord gilt eine konsequente Maskenpflicht.

Kreuzfahrt in Zeiten von COVID-19: An Bord gilt eine konsequente Maskenpflicht.

© Artem / stock.adobe.com

Ein Corona-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff hatte der Branche gleich zu Beginn der Pandemie ein schlechtes Image eingebrockt: Rund 3600 Menschen waren an Bord der „Diamond Princess“, als diese am 3. Februar im vergangenen Jahr von japanischen Behörden unter Quarantäne gestellt wurde.

Ausgehend von einem einzigen Superspreader hatten sich am Ende 712 Menschen auf dem Schiff mit SARS-CoV-2 infiziert, sieben starben, wie der Unfallchirurg Kurt Machens aus Hildesheim beim diesjährigen Forum Reisen und Gesundheit des CRM Centrum für Reisemedizin berichtete.

Machens hat über Jahre hinweg Kreuzfahrten des Anbieters TUI-Cruises als Schiffsarzt begleitet. Als Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Kreuzfahrtmedizin gehörte er zu einer Expertenkommission aus Infektiologen und Schiffsärzten, die sämtliche Abläufe an Bord kritisch beleuchteten und auf die Bildung von Menschenansammlungen oder unnötige Kontakte hin überprüften.

Stichprobenartige Schnell- und PCR-Tests

„Risikobehaftete Abläufe wurden in enger Absprache mit den Behörden umgestellt“, berichtete Machens. So bekämen Gäste bereits für die Ankunft auf dem Schiff feste Zeiten zugewiesen, um die Entstehung von Menschentrauben zu vermeiden.

An Bord gelte konsequente Maskenpflicht, auch müssten die Hände regelmäßig desinfiziert werden. Um Kontakte zu reduzieren, wurden viele analoge Prozesse digitalisiert, auch wurden alle Selbstbedienungslokale an Bord auf Bedienservice umgestellt.

„In diesen Hygieneplänen sind auch regelmäßige stichprobenartige Antigen-Schnelltests und PCR-Tests vorgesehen“, so Machens. Mit einem Tracing-System werden zudem Kontakte an Bord erfasst und können bei einer Infektion nachverfolgt werden. Das Konzept bewährt sich: Bis Ende 2020 sei es bei rund 50 Kreuzfahrten mit über 50.000 Passagieren zu keinem einzigen COVID-Fall gekommen. (eis)

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