Coronaschutzverordnung

In NRW gilt bald nur noch eine Corona-Inzidenzstufe

87 Prozent der COVID-19-Patienten, die in NRW auf Intensivstationen liegen, sind nicht gegen Corona geimpft. Dies belege, dass die Impfung Schutz biete, so Intensivarzt Gernot Marx.

Von Ilse SchlingensiepenIlse Schlingensiepen Veröffentlicht:
NRW Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (l.) und DIVI-Präsident Professor Gernot Marx informierten am Dienstag über die Corona-Lage in NRW, die Lage in den Kliniken und die Impffortschritte in ihrem Bundesland.

NRW Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (l.) und DIVI-Präsident Professor Gernot Marx informierten am Dienstag über die Corona-Lage in NRW, die Lage in den Kliniken und die Impffortschritte in ihrem Bundesland.

© Jens Krick/Flashpic/picture alliance

Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen gibt es ab Freitag (20. August) nur noch eine Corona-Inzidenzstufe: die 35. Ab dieser Schwelle gilt die 3G-Regel: Der Zugang zu gewissen Einrichtungen oder Veranstaltungen steht dann nur noch Geimpften, Genesenen und Getesteten offen.

Weitere Einschränkungen gibt es auch bei höheren Inzidenzwerten nicht. „Das ist für mich ein schöner Tag, es ist eine Zeitenwende bei den Coronaschutzverordnungen“, sagte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag vor Journalisten in Düsseldorf. „Wir können vielen Menschen Freiheiten zurückgeben.“

Die Maskenpflicht gilt weiterhin im öffentlichen Personennahverkehr, im Handel, in Innenräumen mit Publikumsverkehr, bei Menschenansammlungen und bei Großveranstaltungen. Für Besuche in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie Unterkünften für Geflüchtete greift die 3G-Regel unabhängig vom Inzidenzwert.

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Drei Millionen nicht geimpft

Inzwischen seien 80 Prozent der über 16-Jährigen im bevölkerungsreichsten Bundesland geimpft. Das bedeute aber auch, dass noch drei Millionen aus dieser Gruppe fehlen. Um eine Quote von 90 Prozent zu erreichen, müssten von ihnen in den nächsten Tagen rund die Hälfte überzeugt werden, sich immunisieren zu lassen, betonte Laumann.

Von 891 Corona-Patienten in NRW-Krankenhäusern, die man sich näher angeschaut habe, seien 87 Prozent nicht geimpft gewesen. „Ich kann keinen rationalen Grund erkennen, warum sich Menschen nicht impfen lassen“, so Laumann.

Das bestätigte Professor Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin. „Vollständig geimpfte Personen müssen nur noch in wenigen Fällen auf der Intensivstation behandelt werden, die überwiegende Mehrheit hat einen leichten Verlauf.“

„Sind nicht über den Berg“

Marx zeigte am Beispiel NRW auf, dass sich zurzeit vorwiegend jüngere Menschen mit COVID-19 infizieren. So beträgt der Inzidenzwert bei 15- bis 19-Jährigen 124, bei 20- bis 24-Jährigen sind es 121,6. Bei 40- bis 44-Jährigen beträgt der Wert 80,7, bei über 60-Jährigen nur 18,3.

„Wer sich impfen lässt, schützt sich selbst vor einem schweren Verlauf, er schützt sein Umfeld, und er sorgt auch dafür, dass der Bedarf an Intensivbetten möglichst gering bleibt“, betonte Marx.

Man habe die Lage in den Kliniken noch sehr gut im Griff, sagte er. Aber: „Wir sind immer noch in der Pandemie, wir sind noch nicht über den Berg.“ Um einen deutlichen Anstieg der Infektionen im Herbst und Winter zu verhindern, müssten sich in den kommenden Wochen noch viel mehr Menschen impfen lassen.

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