Klinikstandort Eckernförde

Initiatoren des Bürgerentscheids zur Zukunft der imland Klinik sollen eingebunden werden

Der Bürgerentscheid im Kreis Rendsburg-Eckernförde hat gezeigt, was die Menschen wollen. Nun müssen Kreis und imland Klinik unter schwierigen Rahmenbedingungen neue Konzepte vorlegen.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:
Die imland-Geschäftsführer Michael Kiens (v.l.) und Markus Funk sowie Landrat Rolf-Oliver Schwemer beim Pressegespräch im Rendsburger Kreishaus.

Die imland-Geschäftsführer Michael Kiens und Markus Funk sowie Landrat Rolf-Oliver Schwemer beim Pressegespräch im Rendsburger Kreishaus (von links).

© Dirk Schnack

Rendsburg. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde wird alles dafür tun, den Bürgerentscheid zur Zukunft der imland Klinik und damit das Vorhalten eines breiten Leistungsangebotes am Klinikstandort Eckernförde umzusetzen. In die Umsetzung sollen die Initiatoren des Bürgerentscheids einbezogen werden.

Dies bekräftigte Landrat Rolf-Oliver Schwemer auf einer Pressekonferenz, auf der er gemeinsam mit den beiden imland-Geschäftsführern Markus Funk und Michael Kiens über die Konsequenzen aus dem Bürgerentscheid informierte.

Ziel: Breites Leistungsangebot in Eckernförde

Im Rahmen des Bürgerentscheids hatten sich rund zwei Drittel der abstimmenden Menschen aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde für ein breites Leistungsangebot in Eckernförde und damit für das von der Bürgerinitiative unterstützte Szenario ausgesprochen.

„Der Kreis wird alles Mögliche dafür tun, um dem Willen der Bürgerinnen und Bürger zu entsprechen“, betonte Schwemer. Die Organe des Kreises – Kreistag und Landrat – seien an das Votum des Bürgerentscheids gebunden. Für die Umsetzung müssten zunächst eine Versorgungsbedarfsanalyse aktualisiert und ein Konzept erstellt werden, wie das gewünschte Leistungsangebot qualitätsgesichert umgesetzt werden könnten.

Beides wird dem Landeskrankenhausausschuss vorgelegt. Dieser hat nach Angaben aus Rendsburg seine turnusmäßig für November geplante Sitzung auf Januar verlegt, damit dann über die aktualisierten imland-Pläne beraten werden kann.

Finanzielle Verluste und Unsicherheit beim Personal

Zu den größten Herausforderungen zählen in diesem Zusammenhang:

  • Finanzen: Ohne geänderte Rahmenbedingungen und ohne massive finanzielle Unterstützung droht der Klinik im kommenden Jahr ein Insolvenzverfahren. Schwemer und Funk machten deutlich, dass erstens der Kreis als Gesellschafter erneut mit umfangreichen Mitteln wird einspringen müssen. Zweitens: Die vom Land ursprünglich zugesagten Mittel für ein anderes Szenario – deutlich verringerter Leistungsumfang in Eckernförde – werden auch für das jetzt umzusetzende Szenario erforderlich sein. Drittens erwartet Funk von der Bundesebene, dass die finanziellen Rahmenbedingungen für Kliniken geändert werden.
  • Personal: Die ohnehin bestehende Unsicherheit der vergangenen Jahre wurde durch die öffentliche Diskussion über unterschiedliche Szenarien und Insolvenz noch einmal vergrößert. „Die ganzen Themen zerren unsäglich an den Nerven der Mitarbeiter“, sagte Funk und verdeutlichte: „Ohne gute Mitarbeiter wird es nichts.“ Imland hat 2300 Beschäftigte, gibt aber nicht preis, wie sich die Personalsituation an den beiden Standorten unterscheidet. In den vergangenen Monaten war über eine erhöhte Fluktuation spekuliert worden. Nach Angaben von imland sind aktuell 30 Stellen im Pflegebereich und „eine niedrige zweistellige Zahl im ärztlichen Bereich“ vakant. Die Verantwortlichen räumten ein, dass sie eine „zunehmende Verunsicherung“ unter den Beschäftigten wahrnehmen. Für den 9. November sind Mitarbeiterversammlungen an beiden Standorten geplant.

Wie es für imland weitergeht, falls der finanzielle Unterstützungsbedarf zu groß wird, blieb im Pressegespräch in Rendsburg offen. Auf die Frage, ob eventuell andere Partner für den kommunalen Träger in Frage kommen könnten, hieß es: „Das ist bislang nicht angedacht.“

Garg: Landesgesundheitsministerin muss Antworten liefern

Auf Landesebene wird abgewartet, wie die Konzepte aus dem Kreis ausfallen. Der frühere Landesgesundheitsminister Heiner Garg (FDP) forderte bereits Antworten von seiner Nachfolgerin im Amt, Kerstin von der Decken (CDU): „Wir möchten gerne wissen, welche Konsequenzen das Ergebnis des Bürgerbegehrens hat und wie die nächsten Schritte für die Klinik in Eckernförde sein werden. Wir haben daher einen Bericht im kommenden Sozialausschuss beantragt.“

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