Interview mit Armin Beck

KV-Vize zur Notfallversorgung: Hessen hat vor bundesweiter Reform bereits Punkte erfüllt

Krankenhaus- und Notfallreform sind eng miteinander verknüpft. Hessen hat im Bereich der Notfallversorgung seine Hausaufgaben bereits gemacht. Darauf hat KV-Vize Armin Beck im Gespräch mit der Ärzte Zeitung hingewiesen.

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Frankfurt. Bei der Notfallversorgung erfüllt das Land Hessen bereits einige Punkte, die auch Teil einer bundesweiten Notfallreform werden sollen. Das sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, Hausarzt Armin Beck, der Ärzte Zeitung im Interview. Insbesondere die Vernetzung der Leitstellen sei in Hessen bereits weit vorangeschritten.

„Im Kern geht es darum, dass Patienten an der richtigen Stelle behandelt werden und dorthin effektiv geleitet werden“, sagte Beck. Um diese Steuerung zu verbessern, laufe im Land ein Pilotprojekt zur sektorenübergreifenden Notfallversorgung. Schwere Fälle sollten in die Notaufnahmen geleitet werden, weniger schwere Fälle in Praxen. „Dafür brauchen die Leitstellen einen Überblick und müssen vernetzt sein“, erklärt der Hausarzt.

Genau solche Pläne hatte Bundesgesundheitsminister Lauterbach auch als Eckpunkte für eine bundesweite Notfallreform vorgestellt. „Die Vorgabe auf Bundesebene könnte dann beispielsweise sein: Die Stellen sollen sich vernetzen. Dafür haben wir dann bereits Lösungen.“

„Nicht durchführbar“ sei es allerdings für die Kassenärztlichen Vereinigungen, rund um die Uhr Fahrdienste bereitzustellen, um Patienten zu Hause zu behandeln. „Wir haben dazu weder das ärztliche noch ausreichend nicht-ärztliches Personal“, warnt Beck. „Ein Fahrdienst in den Notdienstzeiten wird ja bereits gelebt – über den Tag sind bitte die Praxen verantwortlich. Das ist deren Aufgabe.“ (heib)

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