„Ärztemangel wird sich weiter verschärfen“

KV kritisiert Kürzungen beim Landärztestipendium

Auf Unverständnis stößt die drastische Kürzung des Landärztestipendiums durch die Brandenburger Regierung. Für zu kurz gesprungen hält die KV die Pläne, das Land verweist andere Nachwuchsförderungen.

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Weniger Stipendien, weniger Ärztenachwuchs für Brandenburg: Das fürchtet die KV.

Weniger Stipendien, weniger Ärztenachwuchs für Brandenburg: Das fürchtet die KV.

© Ulrich Baumgarten / picture al

Potsdam. Scharfe Kritik an der Reduzierung des Brandenburger Landärztestipendiums haben Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) geäußert. Statt bisher 68 Stipendien pro Jahr sollen künftig nur noch 18 Stipendien angeboten werden, hatte Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) kürzlich im Gesundheitsausschuss des Potsdamer Landtags angekündigt.

„Diese einseitige Entscheidung ist unverständlich und viel zu kurzfristig gedacht“, sagte die KV-Vorstandsvorsitzende Catrin Steiniger am Freitag. Der Ärztemangel in Brandenburg werde sich durch diese Entscheidung weiter verstärken. „Was nützen geöffnete Krankenhäuser, wenn die Versorgung in den Praxen wegbricht?“, so Steiniger.

Man stehe als Land in Konkurrenz mit anderen Bundesländern, die ebenfalls Stipendienprogramme anböten, sagte KV- Vorstandsmitglied Dr. Stefan Roßbach-Kurschat der Ärzte Zeitung. „Es sind jetzt 50 Studierende weniger, die in Brandenburg ab 2033 als ärztliche Kollegen anfangen würden.“ Nötig seien mindestens die bisherigen 68 Stipendien pro Jahr.

Nonnemacher: Land unterstützt vielfältig

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) sagte dagegen gegenüber der Ärzte Zeitung, dass es im Land mit der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) und der geplanten Neugründung einer Medizinerausbildung in Cottbus vielfältige Wege für die medizinische Nachwuchsförderung gebe. Es sei bedauerlich, dass die Zahl der Stipendien aus Haushaltsgründen reduziert werden musste, sagte Nonnemacher. Jedoch bezahle das Land für jeden Stipendiaten bis zu 75.000 Euro, da er über maximal 75 Monate mit 1.000 Euro pro Monat gefördert werde. „Und am Ende kann man einfach nicht alle Wünsche erfüllen.“ (lass)

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