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Zukunft der Krankenhauslandschaft

Koalition in Niedersachsen will drei Versorgungsstufen für Kliniken

Das Land Niedersachsen will die Krankenhauslandschaft neu sortieren. Keinem Haus soll es finanziell schlechter gehen.

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Ministerpräsident Stephan Weil (rechts) Anfang Juni zu Besuch im Klinikum Leer zu dessen 150. Jubiläum. Die Landesregierung will die Krankenhausversorgung in Niedersachsen reformieren.

Ministerpräsident Stephan Weil (rechts) Anfang Juni zu Besuch im Klinikum Leer zu dessen 150. Jubiläum. Die Landesregierung will die Krankenhausversorgung in Niedersachsen reformieren.

© Sina Schuldt / dpa / picture alliance

Hannover. Die große Koalition in Niedersachsen will die Krankenhausversorgung im Land reformieren. Dazu hat sie vorige Woche im Landtag in Hannover ein Konzept zur Zukunft der niedersächsischen Krankenhauslandschaft vorgelegt.

Dieses greift die Vorschläge der Enquete-Kommission zur Gesundheitsversorgung im Land auf. Niedersachsen gehört mit rund acht Millionen Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Bundesländern – diese leben relativ weit verstreut, erinnert Uwe Schwarz, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD Fraktion im Landtag. Das Problem: „Wir haben zu viele Betten und zu wenig Personal.“

Teils keine Corona-Versorgung wegen Personalmangels

Tatsächlich verzeichnet Niedersachsen sechs Krankenhausbetten auf 1000 Einwohner und damit doppelt so viele wie im OECD-Durchschnitt. Dafür zählt man im Land aber nur 2,4 Krankenhausärzte und 5,6 Pflegekräfte auf 1000 Einwohner. Von den 168 Krankenhäusern haben 67 Häuser rund 94 Prozent der Corona-Patienten versorgt, ein Drittel hat gar nicht an der Corona-Versorgung teilgenommen, sagte Schwarz – weil ihnen das Personal dazu fehlt.

Um die Bevölkerung nun besser zu versorgen, will die Landesregierung drei Versorgungsstufen einführen: Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung sowie Fachkliniken, Häuser der Schwerpunktversorgung und Maximalversorger.

Die Enquete-Kommission will prüfen, ob die Versorgungsstufen mit konkreten Leistungsschwerpunkten verknüpft sein sollen, so die SPD-Fraktion auf Nachfrage. „Hiervon wird auch die Finanzierung abhängen“, hieß es. Aber keines der Häuser soll wegen der Eingruppierung finanziell schlechter dastehen. Sieben Kliniken der Maximalversorgung sollen besonders schwer Erkrankte versorgen. Zudem werden aus derzeit vier Versorgungsregionen im Land acht gemacht, um kleinräumiger planen zu können.

Kooperationen und Fusionen unterstützen

Die Politik will Kooperationen und Fusionen bei Krankenhäusern mehr unterstützen. Den Politikern schwebt zudem eine gemeinsame Personalplanung und/oder Personalpools vor, um den Personalmangel zu lindern. „Anstelle von Angst-auslösenden Schließungsdebatten wollen wir mit der Schaffung regionaler Gesundheitszentren auf dem Land neue Wege beschreiten“, sagte Schwarz.

Sie können kleinere Krankenhäuser ersetzen, die in ihrer Existenz bedroht seien. Die Zentren bieten im Kern eine fachärztliche Versorgung, einen rund um die Uhr erreichbaren Bereitschaftsdienst und eine bettenführende Einheit.

Die doppelte Facharztschiene indessen sei „nicht mehr zu rechtfertigen“, so der SPD-Politiker. „Sie ist eine Vergeudung von Ressourcen und gehört abgeschafft!“ Denn weil das Personalangebot stetig sinke, und die Qualitätsanforderungen immer weiter steigen, seien auf dem Land ambulant-stationäre Doppelangebote sinnlos, sagte Schwarz.Nun soll die Landesregierung errechnen, wie teuer es wird, das Konzept umzusetzen und woher die Mittel dafür kommen sollen. (cben)

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