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Kommentar zum Missbrauch-Skandal

Kultur des Hinsehens ist notwendig

Der Skandal um Kindesmissbrauch an den saarländischen Unikliniken lehrt: Wer wegschaut, macht sich schuldig.

Dr. Michael KudernaVon Dr. Michael Kuderna Veröffentlicht:

Die Reputation der Klinik ging allem anderen vor – und damit auch dem Kindeswohl. Zumindest das wird aus dem Bericht des Untersuchungsausschusses zum Pädophilen-Skandal an den saarländischen Unikliniken glasklar.

Und damit auch: Das betroffene Führungspersonal hat versagt, menschlich, juristisch und kommunikativ. Allerdings ist es immer leichter, über andere den Stab zu brechen.

So bleibt offen, ob bei den politisch dominierten Aufsichtsbehörden wer, wann und was gewusst hat. Eigentlich bleibt in dem kleinen Saarland, das sich der kurzen Wege rühmt, nichts ganz unbemerkt. Aber vielleicht gehört das zur Wahrheit: Paradoxerweise begünstigt Nähe oft das Wegsehen. Immerhin ist jetzt das Thema Kinderschutz und Schutz vor Gewalt auch im Bereich der Gesundheitseinrichtungen endgültig angekommen – endlich!

Nach dem Erschrecken eint der Wille zu Verbesserungen alle Parteien. Sowohl strukturelle Vorkehrungen als auch eine Kultur des Hinsehens sind nicht mehr verhandelbar. Allerdings müssen sie nun auch umgesetzt und gelebt werden.

Dann waren die Leiden der in Homburg betroffenen Kinder wenigstens nicht ganz umsonst.

Schreiben Sie dem Autor: gp@springer.com

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