Niedersachsen

MHH-Beschäftigte protestieren vor der Staatskanzlei

Feuchte Räume, Nachholbedarf bei der Digitalisierung, Mangel an Pflegekräften: Die Mitarbeiter der Medizinischen Hochschule Hannover fordern Verbesserungen – und den Ministerpräsidenten zum Handeln auf.

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Die Medizinische Hochschule Hannover. Beschäftigte sehen hier viele Baustellen, die von der Landesregierung angegangen werden sollten.

Die Medizinische Hochschule Hannover. Beschäftigte sehen hier viele Baustellen, die von der Landesregierung angegangen werden sollten.

© Julian Stratenschulte/picture alliance/dpa

Hannover. Die Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) gehen am Donnerstag (15. April) vor der Staatskanzlei in Hannover für bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße.

Vor mehr als einem Jahr habe Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) als Dienstherr der MHH versprochen, darüber nachzudenken, was das Land für die MHH tun kann, berichtet die Personalratsvorsitzende der MHH, Jutta Ulrich der „Ärzte Zeitung“. „Und da haben wir mehrere Punkte formuliert.“

Zum Beispiel brauche man zum Teil die Neuausstattung der Hörsäle. Außerdem seien viele Räume feucht, und man sehe großen Bedarf bei der Digitalisierung. Viele Arbeitsplätze entsprächen zudem nicht der Arbeitsstättenrichtlinie.

„Bessere Bezahlung erfahrener Pflegekräfte wird verhindert“

Ein besonderes Problem sei der Fachkräftemangel in der Pflege. Um versierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten, kann für sie der normale Bewährungsaufstieg durch die so genannte Stufenvorweggewährung beschleunigt werden. „Aber das Land Niedersachsen verhindert diese Möglichkeit seit einigen Jahren“, kritisiert Ulrich. Deshalb fordern der Personalrat und der Marburger Bund Niedersachsen das Land auf, den entsprechenden Landeserlass zurückzunehmen.

Derzeit sei ein beschleunigter Aufstieg an der MHH nur möglich, wenn die entsprechende Fachkraft nachweisen kann, dass sie abgeworben werden soll. „Wir verstehen, dass die Corona-Pandemie für die Versorgung eine besondere Herausforderung bedeutet“, sagt Ulrich. „Aber den Handlungsbedarf in der Pflege gibt es schon lange.“ Auf Intensiv- und Normalstationen führe der Personalstand zu Bettenschließungen.

Mehrfach sei es zum persönlichen Austausch mit dem Ministerpräsidenten gekommen, hieß es. „Die Treffen fanden in angenehmer und interessierter Atmosphäre statt – umso ernüchternder ist für uns, dass keine sichtbaren Ergebnisse folgten“, berichtet MB-Mitglied Frank Dressler, stellvertretend für seine Kolleginnen und Kollegen im Personalrat der MHH: „Wir sind enttäuscht und erhoffen uns ein klares Signal.“ (cben)

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