SARS-CoV-2-Bevölkerungsstudie

Mecklenburg-Vorpommern startet Corona-Studie

500 Teilnehmer der Kohortenstudie „Study of health in Pomerania“ werden jetzt auch auf SARS-CoV-2 getestet – Auch, um künftig zielgenauere Maßnahmen gegen die Pandemie erarbeiten zu können.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht: 05.11.2020, 13:47 Uhr
Test soll Aufschluss geben: Für die kommenden zwei Jahre sollen die Studienteilnehmer regelmäßig PCR- sowie Antikörpertestungen auf SARS-CoV-2 unterzogen werden.

Test soll Aufschluss geben: Für die kommenden zwei Jahre sollen die Studienteilnehmer regelmäßig PCR- sowie Antikörpertestungen auf SARS-CoV-2 unterzogen werden.

© Claus Schunk / SZ Photo / picture alliance

Schwerin. In Mecklenburg-Vorpommern ist eine infektionsepidemiologische Studie zur Verbreitung von SARS-CoV-2 gestartet. Die Erkenntnisse sollen helfen, situationsgerechte Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu ergreifen. Die Untersuchung setzt auf der bevölkerungsbasierten Kohortenstudie „Study of health in Pomerania“ (SHIP-Studie) an der Universitätsmedizin Greifswald auf. Mit SHIP untersucht die Uniklinik seit 1997 die Bevölkerung in den Landkreisen Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald.

In etwa fünfjährigen Abständen werden Standarduntersuchungsverfahren wie Interviews, Blutdruckmessungen oder EKGs durchgeführt und morphologische und funktionelle Veränderungen über sonografische, spiroergometrische und MRT-Untersuchungen gesammelt. Seit Oktober werden nun in einer vorausschauenden Kohortenstudie 500 Probanden aus der SHIP-Kohorte eingebunden.

Monatliche Antikörpertetstung

Diese werden für die kommenden zwei Jahre regelmäßig PCR- sowie Antikörpertestungen auf SARS-CoV-2 unterzogen. Außerdem sollen die Teilnehmer mit Hilfe eines Fragebogens zur Symptomatik, eigenem Verhalten und Risikowahrnehmung, Erwartung zum weiteren Verlauf der Pandemie sowie der Zustimmung zu Präventionsmaßnahmen befragt werden. Die Befragung und die Antikörpertestung werden jeden Monat wiederholt.

Nach Angaben von Professor Nils-Olaf Hübner, Krankenhaushygieniker der Universitätsmedizin Greifswald, ist die Studie eine der ersten Langzeituntersuchungen zur Verbreitung von SARS-COV-2 in der Bevölkerung . Er erwartet ein verlässlicheres Bild als bislang, da über SHIP die gleichen Personen regelmäßig getestet werden.

Teilnehmer können Probenmaterial zu Hause selbst gewinnen

Eingesetzt wird dabei ein in Mecklenburg-Vorpommern entwickeltes neues Testverfahren, das es den Probanden ermöglicht, in den Folgeuntersuchungen das Probenmaterial zu Hause selbst gewinnen zu können und dann per Post an das Studienzentrum zu senden. Weitere 500 Probanden werden zusätzlich per Fragebogen und Antikörpertest in die Studie eingebunden.

Von der kontinuierlichen, monatlichen Auswertungen erwartet Landesgesundheitsminister Harry Glawe (CDU) „ein genaueres Bild über die epidemiologische Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern“, aus dem zielgenaue Maßnahmen für das jeweilige Pandemiegeschehen abgeleitet werden soll.

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Prof. Dr. Ingo Heberlein

Man glaubt es kaum: das Jahr 2 der Pandemie steht vor der Tür und jetzt bricht sich das Erkenntnisinteresse Bahn: die Verbreitung con Sars-Covid-2 in der Bevölkerung wird untersucht. Diesmal kommt Mecklenburg-Vorpommern wohl 100 Jahre vor allen anderen, frei nach Bismarck zitiert.

Dr. Horst Grünwoldt

Das erklärte "Gesundheitsland" Mecklenburg-Vorpommern wird mit den renommierten Greifswalder Wissenschaftlern (Hygienikern und Mikrobiologen) wohl in der Lage sein, mittels einer Querschnitts-Studie die "Corona"-Situation in diesem schönen Land uns näher zu bringen.
Beginnen sollten sie schon einmal damit, dass nicht mehr von "Herden"-, sondern Populations-Immunität bei sog. ansteckenden Krankheiten des Menschen gesprochen wird. Ferner werden die Gesundheits-Experten alle angstmachenden, unwissenschaftlichen Redensarten der Virologen vom "sich ausbreitenden" Coronavirus unterlassen. "Überspringen" und "ausbrechen" können bekanntlich die leblosen Zellpartikel sowieso nicht, sondern nur Hürdenläufer und Strafgefangene.
Jeder Krankheitsfall führt auch nicht zu einem "Ausbruch" (von irgendetwas), sondern wird nur als klinisch-apparent festgestellt!!
Insbesondere wird in der Studie zwischen "Infektion" (lat. das Hereingemachte" und Krankheit unterschieden. So muss schon auf dem Etikett des Probenröhrchen "SarsCoV2" zur Untersuchung auf das "neue" Virus draufstehen, und nicht schon "Covid 19" als Krankheitsdiagnose! Die wird nämlich erst vom klinischen Arzt festgestellt, wenn die tatsächlich gemäß des angeblich so gefährlichen Virus nicht nur "hochansteckend", sondern als "schweres, akutes, respiratorisches Syndrom (Sars) abläuft.
Als ursächlich Covid-Todesfälle gehen in die Statistik des RKI zukünftig nur noch solche ein, wenn der Verstorbene weder chronische Organleiden, noch septisch beatmet worden ist. So wird im "Corona"- Zeitalter und im Kampf gegen die "Pandemie" nunmehr bei jedem vermuteten "Covid-19" Opfer, mangels Obduktionen, der zuständige Amtsarzt(-ärztin) per transthorakaler Lungenpunktion und bakteriologischer Untersuchung eine septische Pneumonie nach Intubation als akute Todesursache ausschließen.
Für die Probenname aus dem Rachen und/ oder der Nase gilt ab sofort, dass dafür jeweils ein einzelner Tupfer verwendet wird, um die jeweiligen Keime nicht zu übertragen.
Dr. Grünwoldt (Hygieniker), Rostock


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