Schleswig-Holstein

Reha-Branche ruft nach Zuschlag

Nicht nur Akutkliniken kämpfen mit Problemen. In Schleswig-Holstein informierten jetzt die Rehakliniken Gesundheitspolitiker über die Folgen der derzeit angespannten Situation.

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Kiel. Die schleswig-holsteinischen Vorsorge-, Reha- und Mutter-Kind-Kliniken warnen vor Versorgungsengpässen. Grund ist ein hoher Krankenstand unter den Beschäftigten. Zugleich sind die Einrichtungen gehalten, die umfangreichen Infektionsschutzmaßnahmen aufrecht zu erhalten.

Der Verband der Privatkliniken Schleswig-Holstein (VPKSH) machte Gesundheitspolitikern gegenüber deutlich, dass ihre Einrichtungen unter vergleichbaren Problemen wie die Akutkrankenhäuser leiden. Diese hatten in den vergangenen Wochen wiederholt finanzielle Entlastungen als Kompensation für die seit Juli nicht mehr gezahlten Zuschläge für den pandemiebedingten Mehraufwand und für die allgemeinen Kostensteigerungen gefordert.

COVID sorgt für längere Behandlungszeiten

„Die fehlenden Zuschläge verschlechtern die Lage der Kliniken deutlich, obwohl die Patientenzahlen wieder steigen. Gleichzeitig haben wir mit Post- und Long COVID ein neues Erkrankungsbild in der Reha, bei dem die Behandlung erheblich länger dauern kann und viel schwieriger ist“, gab Stefan Meiser, Geschäftsführer der Asklepios Klinik Am Kurpark in Bad Schwartau, zu bedenken.

Erschwerend kommt aus Sicht der Kliniken hinzu, dass die Kostenträger Vergütungen nur einmal im Jahr verhandeln und dabei von einer relativen Preisstabilität ausgehen – die aktuellen Preissteigerungen werden also nicht berücksichtigt. Die VPKSH-Geschäftsführerin Cordelia Andreßen forderte deshalb eine unterjährige Anpassung der Vergütung an die reale Kostenentwicklung oder alternativ pauschale Zuschläge. „Wichtig ist aber vor allem, dass Politik und Kostenträger schnell und entschlossen handeln. Sonst drohen Versorgungsengpässe im kommenden Pandemieherbst", warnte Andreßen. (di)

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