Neue Einschränkungen

Schleswig-Holstein verschärft Corona-Regeln

Schleswig-Holstein liegt mit seinen Inzidenzwerten noch unter dem Bundesschnitt. Damit das so bleibt, gelten ab dem Wochenende strikte Vorgaben für Gastronomen, Veranstaltungen und den Amateursport.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht: 28.10.2020, 11:52 Uhr
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU).

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) appelliert an die Bürger im Norden, die neuen Obergrenzen nicht „auszutesten“.

© Wolfgang Schmidt/dpa

Kiel. Schon vor der Konferenz der Ministerpräsidenten der Bundesländer mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwochmittag hat Schleswig-Holstein Nägel mit Köpfen gemacht und deutlich verschärfte Corona-Regeln beschlossen.

Ab dem Wochenende gilt das neue Regelwerk im Norden landesweit – selbst in den Kreisen, die noch unter dem Inzidenzwert von 35 pro 100.000 Einwohner liegen (siehe nachfolgende Karte).

Bei dem Regelwerk steht die Zahl „zehn“ im Mittelpunkt als der Wert, an dem sich alle orientieren sollen. Diese Zahl an Teilnehmern gilt als Obergrenze für Veranstaltungen mit Gruppenaktivitäten wie etwa private Feiern, Treffen oder Kontaktsport. Der Spielbetrieb im Amateurbereich ruht vorerst.

Für die Gastronomie gilt eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr und ein Alkoholverbot, das auch in Supermärkten und an Tankstellen eingehalten werden muss.

Neue Vorgaben gelten für drei Wochen

Die Maskenpflicht in den Schulen für Schüler ab der 5. Klasse auch im Unterricht wird verlängert. Ab einem Inzidenzwert von 50 müssen künftig auch Grundschüler im Unterricht die Maske aufbehalten. Erlaubt bleibt der Profisport, wenn dort die entsprechenden Testkonzepte vorliegen. Dort sind maximal 100 Zuschauer möglich.

Möglich sind auch noch Veranstaltungen, die Markt- oder Sitzungscharakter haben. Diese dürfen noch mit bis zu 100 Menschen stattfinden, wenn die entsprechenden Hygiene- und Abstandskonzepte eingehalten werden. Die neue Landesverordnung tritt am Wochenende in Kraft und soll vorerst für drei Wochen gelten.

Bundesland liegt zwölf Tage hinter der Welle

Mit den verschärften Maßnahmen hofft Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), den im Bundesvergleich unterdurchschnittlichen Inzidenzwert niedrig halten zu können. Nach seinen Angaben liegt das Bundesland mit seinen Corona-Zahlen zwölf Tage hinter dem Bundesdurchschnitt.

„Unser Ziel ist es, die Lage im Griff zu behalten, dazu müssen wir jetzt reagieren“, begründete Günther sein Vorpreschen. Er appellierte zugleich an die Schleswig-Holsteiner, die festgesetzten Obergrenzen „nicht auszureizen, sondern sich lieber mit weniger Personen zu treffen“.

Günther kündigte an, dass die Beschlüsse der Videokonferenz mit der Bundeskanzlerin noch in die Landesverordnung einfließen könnten.

Mehr zum Thema

Kommentar zum Corona-Rettungsschirm

Absurde Situation für Kliniken im Norden

Schleswig-Holstein

Niedrige Inzidenzwerte bringen Kliniken in finanzielle Nöte

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Vitamin C – ein Must-Have fürs Immunsystem

Immunmodulation

Vitamin C – ein Must-Have fürs Immunsystem

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Keine Lust aufs Essen? Übelkeit und Geschmacksverlust deuten bei Kindern eher auf COVID-19 als Atemwegssymptome.

Corona-Splitter

Die COVID-19-Symptome bei Kindern

Die Apothekenreform ist in trockenen Tüchern, die ABDA lobt sie als Beitrag zu einer „zukunftsfähigen Arzneimittelversorgung“.

Gesetzgebung

Bundesrat winkt Apothekenreform durch

Gesundheitsminister Spahn während der Debatte zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Pflege im Bundestag. Die Reaktionen sind zwiespältig.

„Beitragstöpfe geplündert“

Kritik an Spahns Versorgungsgesetz hält an