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Kommentar zur Hebammenversorgung

Schluss mit der Stocherei im Nebel

Ein Mangel an Hebammen wird in Deutschland vielerorts beklagt. Eine standardisierte digitale Erfassung aller Geburtshelferinnen könnte dazu beitragen, an den richtigen Stellen gegenzusteuern.

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:

Wenn es um die Versorgung mit Hebammenleistungen geht, dominieren Mutmaßungen. Gefühlt gibt es an vielen Orten einen Mangel an Hebammen. Belegen lässt sich das meist nicht. Es fehlt ein umfassender und belastbarer Überblick über die in diesem Bereich Tätigen.

Das zeigt der Abschlussbericht zu der Studie „Geburtshilfliche Versorgung durch Hebammen in Nordrhein-Westfalen“ von Hebammenwissenschaftlerinnen der Hochschule für Gesundheit in Bochum. Sie machen sich für eine standardisierte digitale Erfassung der klinisch und außerklinisch tätigen Hebammen durch die Gesundheitsämter stark.

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Die Hoffnung: Ein solches Instrument würde die gezielte Bedarfsplanung und Steuerung der Versorgung in diesem Segment ermöglichen. Das ist sinnvoll, denn ein Stochern im Nebel hilft bei der Sicherstellung der Versorgung niemandem.

Plausibel sind auch weitere Handlungsempfehlungen wie der Ausbau des Studienplatzangebots sowie ergänzende Versorgungsangebote.

Es ist wichtig, dass es eine ausreichende Zahl an Hebammen gibt – und dass sie mit ihren Leistungen möglichst viele interessierte Frauen erreichen. Grundsätzlichen Widerspruch wird es gegen solche Vorstöße kaum geben.

Anders könnte das bei einem weiteren Vorschlag der Wissenschaftlerinnen aussehen: Sie halten es für sinnvoll, in Nordrhein-Westfalen modellhaft die Einrichtung einer Hebammenkammer zu erproben. Vorbild sollen die Pflegekammern sein. Unter den Pflegekräften hat aber kaum etwas anderes für so kontroverse Debatten gesorgt.

Schreiben Sie der Autorin: gp@springer.com

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