Telemedizinische Konsile

Starke Premiere für Virtuelles Krankenhaus

843 Konsile bei 97 schwer an COVID-19 erkrankten Patienten: So sieht die Zwischenbilanz des digitalen NRW-Prestigeprojektes aus.

Veröffentlicht: 10.07.2020, 16:03 Uhr

Düsseldorf. Schon vor dem offiziellen Startschuss hat das Virtuelle Krankenhaus in Nordrhein-Westfalen seine Bewährungsprobe bestanden. Unabhängig von ihrem Standort hatten die Kliniken des Landes bei der Versorgung von schwer erkrankten COVID-19-Patienten Zugriff auf intensivmedizinisches und infektiologisches Fachwissen.

Der Kern des Virtuellen Krankenhauses ist, dass Intensivmediziner und Infektiologen der Universitätskliniken Aachen und Münster anderen NRW-Krankenhäusern ihre Expertise über telemedizinische Konsile zur Verfügung stellen. Eigentlich sollte im Frühjahr dieses Jahres die Pilotphase starten, angesichts der Herausforderungen durch die Pandemie haben die Initiatoren aber beschlossen, früher live zu gehen. Die Pilotphase soll „zeitnah“ mit weiteren Indikationen folgen.

Beatmung bei schwerem Lungenversagen häufig Thema

Bislang gab es 843 Konsile bei 97 schwer an COVID-19 erkrankten Patienten, teilt das Landesgesundheitsministerium mit. 32 Kliniken haben die telekonsiliarische Beratung demnach regelmäßig in Anspruch genommen.

Häufigstes Thema war die Beatmung von Patienten bei schwerem Lungenversagen. Das Feedback der Klinikärztinnen und -ärzte war durchweg positiv. Sie gaben an, durch die Telekonsile ein hohes Maß an Behandlungssicherheit erhalten zu haben.

Die Bereitstellung intensivmedizinischer Expertise per Telekonsil erweise sich in der Pandemie als sehr erfolgreiches Mittel, die Versorgung von schwerst erkrankten Menschen sicherzustellen, sagt Projektleiter Professor Gernot Marx, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care der Uniklinik Aachen. „Der Plan, die Ressource Intensivmedizin möglichst effektiv einzusetzen, ist voll aufgegangen.“ Marx ist optimistisch, dass NRW damit auch für eine mögliche zweite Corona-Welle gerüstet ist.

Die Anzahl der erforderlichen Verlegungen sei insgesamt sehr niedrig, berichtet Professor Huga Van Aken, Ärztlicher Direktor der Uniklinik Münster. „Den meisten der ohnehin schwer kranken Patienten bleiben somit belastende Transportwege erspart.“ (iss)

Mehr zum Thema

Corona-Krise

Bombendrohungen gegen Gesundheitsämter

Blick in die Kreise

Das Corona-Infektionsgeschehen in Deutschland

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Neun Mythen über Kaffee und Koffein

Review

Neun Mythen über Kaffee und Koffein

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden