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Nordrhein-Westfalen

Unmut über Impfverzögerung an Kliniken in NRW

Der Vorrang für Heimbewohner steht außer Frage, aber häufig stößt die Priorisierung innerhalb eines Krankenhauses auf Unverständnis.

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Köln. In den nordrhein-westfälischen Krankenhäusern ist der Unmut über die Verzögerungen bei den Corona-Impfungen groß. Auch die Priorisierung einzelner Klinikbereiche stößt nicht überall auf Begeisterung. Angriffe auf die Organisatoren der Impfungen, wie es sie offenbar am Universitätsklinikum Essen gegeben hat, bleiben dabei aber die Ausnahme.

Die Krankenhäuser stünden hinter der von der Ständigen Impfkommission vorgenommenen Priorisierung für die Impfungen, betont der Sprecher der Landeskrankenhausgesellschaft. Auch die Entscheidung, in NRW vorrangig die Bewohner von stationären Pflegeeinrichtungen zu impfen, werde unterstützt. Schließlich entlaste das langfristig die Krankenhäuser.

„In den Belegschaften ist es aber ein Thema, warum manche Bereiche in die Priorisierungsstufe 1 eingruppiert werden, andere aber nicht, obwohl sie auch ein hohes Risiko haben“, berichtet der Sprecher. Heftige Reaktionen wie in Essen seien der Krankenhausgesellschaft sonst aber nicht bekannt. Das gilt auch für die Deutsche Krankenhausgesellschaft.

Attacken gegen Klinikleitung

An der dortigen Uniklinik sind laut einer auf Youtube veröffentlichten Videobotschaft des Ärztlichen Direktors Professor Jochen Werner Mitglieder der Krankenhausleitung wegen der Priorisierung persönlich angegriffen und beleidigt worden. So etwas dürfe nicht geschehen, auch wenn es sich beim Thema Impfen aus Sicht der Beschäftigten um eine „hochemotionale Angelegenheit“ handele.

Werner warb bei den Klinikmitarbeitern um Vertrauen und Geduld. „Wir dürfen uns bitte nicht in Streitigkeiten aufzehren, nicht zuletzt auch, da wir noch einige Wochen im Höchstmaß angespannt bleiben dürften.“

Zum Unmut in Essen könnte beigetragen haben, dass dort vorige Woche im Beisein von Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann die Impfung mit dem Vakzin von Moderna öffentlichkeitswirksam begonnen wurde. Wahrscheinlich dachten manche, dass sie bald auch an die Reihe kommen – und sind jetzt frustriert. Der in kleinen Mengen gelieferte Moderna-Impfstoff ist in NRW zunächst den Unikliniken vorbehalten. (iss)

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