BioNTech-Impfstoff

NRW stoppt COVID-19-Impfungen in Kliniken wegen Lieferengpässen

Um die Zweitimpfungen gegen SARS-CoV-2 nicht zu gefährden, bremst Nordrhein-Westfalen zunächst das Impftempo. Betroffen sind vor allem Krankenhaus-Angestellte – außer an Unikliniken.

Veröffentlicht:
Corona-Impfung in einer Klinik in Sachsen am 19. Januar: Nicht überall fallen Klinikmitarbeiter wegen der Lieferengpässe aus den Impfprogrammen heraus.

Corona-Impfung in einer Klinik in Sachsen am 19. Januar: Nicht überall fallen Klinikmitarbeiter wegen der Lieferengpässe aus den Impfprogrammen heraus.

© Robert Michael/dpa

Düsseldorf. Die Lieferschwierigkeiten des Impfstoff-Herstellers BioNTech haben in Nordrhein-Westfalen direkte Auswirkungen auf die Corona-Impfungen von Ärzten und Pflegekräften in Kliniken. Das Land hat für die Krankenhäuser einen Impfstopp verhängt. Es gibt dort erst einmal keine Erstimpfungen mehr. Klinikpersonal, das bereits geimpft wurde, soll aber wie geplant die zweite Impfdosis erhalten.

Nach den bisherigen Planungen sollten von den insgesamt 350 .000 Beschäftigten in den NRW-Häusern zuerst 100 .000 geimpft werden: Menschen, die auf Stationen arbeiten, in denen Patienten mit COVID-19 oder andere besonders vulnerable Gruppen versorgt werden.

Wahrscheinlich nicht betroffen von dem Impfstopp sind die Universitätskliniken. Dort wird das Personal seit Montag, 18. Januar, geimpft, und zwar mit dem Impfstoff von Moderna. Davon stehen dem Land allerdings nach Angaben von Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) auch nur rund 13.000 Impfdosen zu Verfügung.

Impfstoff für die zweite Impfung konsequent zurückgelegt

NRW habe konsequent Impfstoff für die zweiten Impfungen zurückgelegt, hatte Laumann am Montag betont. Nur wenn BioNTech den Lieferausfall innerhalb von ein oder zwei Wochen wieder ausgleiche, wäre er bereit, für die Erstimpfungen an die Rücklagen zu gehen. „Sonst werden wir das Impftempo drosseln“, sagte er damals. Das ist offenbar jetzt der Fall.

Auch in den Alten- und Pflegeheimen wird es nach Angaben aus dem Ministerium erst einmal keine Erstimpfungen in großem Umfang mehr geben. Dort soll ebenso wie in den Krankenhäusern ab 1. Februar wieder nach den ursprünglichen Planungen geimpft werden.

Der Beginn der Immunisierung der über 80-Jährigen in den Impfzentren wird vom 1. Februar auf den 8. Februar verschoben.

MB: „Klinikmitarbeiter empfinden das als Ohrfeige“

Der Marburger Bund Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz hat wenig Verständnis für die Verzögerungen. Viele Klinikmitarbeiter hätten dem Verband bereits ihre große Enttäuschung mitgeteilt, berichten der Vorsitzende Dr. Hans-Albert Gehle und sein Vize Michael Krakau in einer Mitteilung. „Sie empfinden diesen Impfstopp in ihrer ausgesprochen schwierigen täglichen Arbeitssituation als regelrechte Ohrfeige.“

Wenn die Impfkampagne in den NRW-Kliniken Anfang Februar fortgesetzt werden sollte, dürfe es keinen erneuten abrupten Stopp geben, mahnen Gehle und Krakau. „Wir brauchen im zweiten Anlauf eine verbindliche Zusage des Bundes, und dann muss auch sämtlichen 300 000 Beschäftigten in den Krankenhäusern in NRW ein Impfangebot gemacht werden.“ (iss)

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Beratung in der Arztpraxis

Sicher mit Kindern verreisen: So geht‘s

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?