Tarifstreit

Vivantes und Charité verhandeln am Wochenende mit Verdi

Seit mehr als einer Woche streiken die Beschäftigten in der Pflege von Vivantes und Charité. Am Wochenende soll nun erneut verhandelt werden.

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Teilnehmer an einer Demonstration von Beschäftigen der landeseigenen Berliner Krankenhäuser Vivantes und Charité stehen am 14. September vor dem Hochhaus der Charitè.

Teilnehmer an einer Demonstration von Beschäftigen der landeseigenen Berliner Krankenhäuser Vivantes und Charité stehen am 14. September vor dem Hochhaus der Charitè.

© Paul Zinken/dpa

Berlin. Am Wochenende könnte es einen Durchbruch in den Verhandlungen über mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege zwischen Verdi und den landeseigenen Krankenhauskonzernen Vivantes und Charité geben.

Die Gewerkschaft kündigt Gespräche für das Wochenende an, auch eine Streikpause sei möglich. „Ziel muss es sein, schnellstmöglich zu einer guten Lösung der Tarifkonflikte zu kommen – wir sind dazu bereit“, sagt Verdi-Verhandlungsführerin Meike Jäger. Die Arbeitgeber haben das Angebot für Verhandlungen am Wochenende laut Verdi angenommen.

Zuvor hatte Vivantes der Gewerkschaft eine Blockadehaltung vorgeworfen. „Vivantes hat umfassende und weitreichende Angebote gemacht, welche die Kernforderungen der Gewerkschaft erfüllen“, sagt Johannes Danckert, kommissarischer Vorsitzender der Geschäftsführung.

Über 1200 Beschäftigte im Streik

Mehrfach habe Vivantes Gesprächsbereitschaft signalisiert, so Danckert. Seit dem 9. September streiken mehr als 1200 Beschäftigte aus der Pflege von Charité, Vivantes und den Tochterunternehmen bereits. Erstmalig sind am Freitag auch Teile der Mitarbeiter der Labor Berlin GmbH, das Tochterunternehmen von Charité und Vivantes, zum Streik aufgerufen.

Die Charité erklärt, sie habe schon vor einigen Wochen ein detailliertes und attraktives Angebot für die Mitarbeiter vorgelegt. „Daher begrüßen wir eine Konkretisierung der Positionen durch die Vertreterinnen und Vertreter von Verdi. Im morgigen Spitzengespräch zwischen Charité und Verdi werden grobe Linien und ein möglicher Zeitplan thematisiert werden“, sagt ein Charité-Sprecher auf Nachfrage der „Ärzte Zeitung“.

Die Gewerkschaft begrüße die Verhandlungsbereitschaft von Vivantes. „Uns liegt daran, schnell zu einer guten Tarifeinigung zu kommen, die weitere Streiks in der nächsten Wochen unnötig machen könnte“, sagt Ivo Garbe, der die Tarifverhandlungen in den Vivantes-Tochterunternehmen führt.

Kammerchef als Vermittler?

Hierfür fordert Verdi eine schrittweise Angleichung der Löhne und Arbeitsbedingungen an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD), aktuell liege ein monatliches Einkommen um bis zu 800 Euro unter dem Flächentarifvertrag. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – das ist und bleibt unser Ziel“, sagte Garbe.

Es wäre ein Novum, aber als Vermittler bei den Verhandlungen mit Vivantes könnte der Ärztekammer-Chef Dr. Peter Bobbert fungieren. Seitens Vivantes habe es eine Anfrage gegeben, bestätigte die Berliner Ärztekammer auf Nachfrage der „Ärzte Zeitung“. Derzeit würden die Gespräche darüber noch laufen. (mas)

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