„ÄrzteTag“-Podcast

Warum gehen Sie die Ärzte vor der Wahl so konfrontativ an, Frau Dr. Richard?

Das Positionspapier der AOK zur Bundestagswahl hat vor allem Ärzte erbost – mit der Forderung nach einer verstärkten Budgetierung. Im Podcast erläutert Dr. Sabine Richard, eine der Architektinnen des Papiers, die Ziele des AOK-Bundesverbands.

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:
Dr. Sabine Richard, Geschäftsführerin Versorgung des AOK-Bundesverbandes.

Dr. Sabine Richard, Geschäftsführerin Versorgung des AOK-Bundesverbandes.

© AOK

Dieser Streit war wohl unvermeidlich: „Archaische Reflexe“ hat Hartmannbund-Chef Dr. Klaus Reinhardt der AOK vorgeworfen, nachdem die Kasse in ihrem Positionspapier zur Bundestagswahl gefordert hatte, wieder verstärkt zum Instrument der Budgetierung zu greifen. Zurück in vergangene Jahrzehnte also? Kassenärztliche Bundesvereinigung und zuletzt die Allianz Deutscher Ärzteverbände befürchten Leistungskürzungen, vor allem bei den sogenannten TSVG-Fällen (zum Beispiel neue Patienten, offene Sprechstunde, schnelle Termine), wenn diese wieder ins Budget zurückgeführt werden.

Warum dieser Affront gegen die Ärzte? Das haben wir im „ÄrzteTag“-Podcast Dr. Sabine Richard, eine der Architektinnen des Papiers des AOK-Bundesverbands gefragt. Die AOK wolle mit den Ärzten durchaus im Gespräch bleiben, betont Richard, Geschäftsführerin Versorgung im Verband, sie pocht aber auch darauf, dass Effizienzreserven in der Versorgung gehoben werden müssten. Und sie erläutert im Podcast, wie sich die AOK eine Neuorganisation der Versorgung auf Länderebene in Zukunft vorstellen könnte, um das Klein-Klein vieler verschiedener Töpfe und die Brüche zwischen der ambulanten und stationären Versorgung zu überwinden.

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Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 19.07.202112:07 Uhr

Dr. Sabine Richard ist Geschäftsführerin, Geschäftsbereich Versorgung, AOK-Bundesverband Berlin, seit 2015.
1993 Promotion zum Dr. oec., 1988 bis 1993 Wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Preis-, Markt- und Wettbewerbstheorie und -politik von Prof. Ingo Schmidt, Institut für Volkswirtschaftslehre an der Universität Hohenheim,1983 bis 1988 Studium der Volkswirtschaftslehre an der Georg-August-Universität Göttingen.

Sie kann sich m. E. nicht ansatzweise in medizinisch-ärztliche Aspekte der vertragsärztlichen Versorgung und der aktuellen Versorgungsforschung hineindenken, wenn sie ihre Tätigkeitsausrichtung allein dem Primat der Ökonomie unterstellt.

Eine Sicherstellung der umfassenden medizinischen Versorgung der Menschen in Deutschland, von der Wiege bis zur Bahre und mit bio-psycho-sozial-kultureller Kompetenz, Empathie, und Zuwendung, u n a b h ä n g i g von allen weltanschaulichen, religiös-ethischen, ökonomischen, intellektuellen, ethnischen, psychosexuellen Präferenzen und Ausrichtungen wird ihr, so glaube ich, immer fremd und unverständlich bleiben.

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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