Kommentar zu „Die Kümmerei“

Weitsichtiges Projekt auch bei knapper Kasse

Die „Kümmerei“ in Köln gibt Menschen Orientierung, die sich im Gesundheitswesen schwer zurechtfinden. Ein Projekt, das langfristiges Engagement verdient.

Von Ilse SchlingensiepenIlse Schlingensiepen Veröffentlicht:

Komplimente erhalten die Vertreter von Krankenkassen eher selten. Umso schöner wird es für Vorstand Matthias Mohrmann gewesen sein, dass der Kölner Gesundheitsdezernent Dr. Harald Rau seine AOK Rheinland/Hamburg bei der Vorstellung der „Kümmerei“ in Köln-Chorweiler als „innovativ“ lobte.

Rau hat recht mit dem Kompliment. Die neue Quartierszentrale bietet den Bewohnern des sozial benachteiligten Stadtteils Hilfe bei gesundheitlichen und verbundenen sozialen Problemen. Ziel ist es, die Menschen mit sprachlicher und praktischer Unterstützung durch das häufig für sie undurchschaubare Gesundheitssystem zu den passenden Versorgungsangeboten zu leiten und ihre Gesundheitskompetenz zu verbessern.

Die AOK Rheinland/Hamburg finanziert „die Kümmerei“. Sie gehört auch zu den Trägern des Gesundheitskiosks „Billstedt-Horn“ in Hamburg, der einen ähnlichen niedrigschwelligen Ansatz verfolgt.

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An der Sinnhaftigkeit solcher Angebote dürfte es wenig Zweifel geben. Dennoch bewegen sich Kassen, die sich in diesem Bereich engagieren, auf einem schmalen Grat. Schließlich gehört diese Art von Hilfe nicht in den GKV-Leistungskatalog, sie sind vom Wohlwollen der jeweiligen Aufsicht abhängig.

Auch wenn die Finanzsituation der Kassen in den kommenden Jahren noch angespannter wird, dürfen solche rar gesäten Initiativen nicht dem Spardiktat zum Opfer fallen. Denn das Engagement der AOK ist nicht nur innovativ, sondern es ist auch weitblickend.

Schreiben Sie der Autorin: gp@springer.com

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