Abschiebungen

Ärzte nicht politisch einspannen!

Veröffentlicht:

BERLIN. Im Streit um angeblich zu häufig und ungerechtfertigt ausgestellte ärztliche Atteste, die Flüchtlinge vor einer Abschiebung bewahren, meldet sich nun auch der Hausärzteverband zu Wort.

"Es ist nicht akzeptabel, wenn versucht wird, Ärztinnen und Ärzte für politische Anliegen zu instrumentalisieren. Die Beurteilung des Gesundheitszustandes der Patienten ist einzig und allein Aufgabe von dafür qualifizierten Ärztinnen und Ärzten. Das gilt selbstredend und ohne Abstriche auch bei der Versorgung von Flüchtlingen", kommentiert der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt Aussagen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

Zuvor hatte sich auch schon der Präsident der Bundesärztekammer, Professor Frank Ulrich Montgomery, vor die ärztlichen Gutachter in Abschiebeverfahren gestellt.

De Maizière hatte kürzlich in einem Interview gesagt: "Es kann nicht sein, dass 70 Prozent der Männer unter 40 Jahren vor einer Abschiebung für krank und nicht transportfähig erklärt werden."

Das Innenministerium räumte später ein, diese Zahlen nicht belegen zu können. Eine bundesweite Zahl zur genauen Quote der an Attesten gescheiterten Abschiebungen gibt es nicht. (chb/dpa)

Mehr zum Thema

Perspektiven für Geflüchtete

Ukrainische Psychiaterin trifft Minister Heil und Faeser

Bericht zur Situation Geflüchteter in Deutschland

Psychosoziale Zentren beklagen Zugangsbarrieren für Folteropfer

Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen