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Flüchtlinge

Anamnese-App und Marker für Traumata

Viele Flüchtling haben posttraumatische Belastungsstörungen. Es gilt, Therapiebedürftige schnell zu erkennen und zu behandeln.

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DRESDEN. Etwa 50 Prozent der Flüchtlinge erfüllen die diagnostischen Kriterien für eine posttraumatische Belastungsstörung, hat eine Untersuchung am Uniklinikum Dresden ergeben. Besonders unbegleitete Minderjährige benötigen dabei psychiatrische Hilfe, betont ein Team um Dr. Enrico Ullmann in einer Mitteilung des Klinikums.

Die Ärzte haben 23 Flüchtlinge in einer ehrenamtlichen psychiatrisch/psychosomatischen Sprechstunde untersucht (Molecular Psychiatry 2015; online 3. November). Nach ihren Angaben befinden sich derzeit mehr als 1700 Flüchtlinge in Dresden, vorrangig aus Syrien. Deren ärztliche Versorgung schließe sechs Stunden pro Woche psychiatrischer Hilfe ein.

Sprachbarrieren sind ein Problem

Besonders Sprachbarrieren erschweren dabei die Anamnese, betonen die Ärzte. Zur Erleichterung wollen sie die "SaxMedApp" entwickeln; einen entsprechenden Projektantrag haben sei bereits beim Freistaat Sachsen eingereicht. Mit der App sollen sich audiovisuell Angaben der Flüchtlinge digital vor dem Arztkontakt auf einem Tablet erfassen lassen.

Zudem suchen die Forscher nach diagnostischen Labormarkern, die Rückschlüsse auf seelische Traumata ermöglichen. Das Team hat zum Beispiel Zusammenhänge von Haarsteroiden und mentalen Belastungen sowie Sport untersucht. Auch epigenetische Kandidaten (FKBP5) böten sich hier eventuell an.

Auch wenn viele Flüchtlinge Trauma und Stress erfahren haben, seien einige für psychische Krankheit besonders vulnerabel. Es gelte, solche Menschen zu identifizieren, die mit besonders großer Wahrscheinlichkeit eine posttraumatische Belastungsstörung oder eine Depression entwickeln werden.

Besonders Kinder und Jugendliche haben unter Krieg und Flucht besonders gelitten und sollten daher eine hohe psychiatrische Aufmerksamkeit erfahren, so die Klinik in der Mitteilung. (eb/eis)

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