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Blutdruck wird gesenkt

Deskbike statt Bürostuhl

Menschen, die einen Arbeitsplatz mit integriertem Laufband oder Fahrrad haben, leben gesünder. Das hat eine Metaanalyse aus Kanada ergeben:

Von Joana Schmidt Veröffentlicht:

MONTREAL. Langes Sitzen ist ungesund, weshalb viele Firmen ihren Mitarbeitern mittlerweile Stehpulte anbieten. Noch effektiver sind allerdings Laufband- und Fahrrad-Arbeitsplätze, wie eine aktuelle Metaanalyse jetzt ergeben hat. Denn: Sie steigern den Kalorienverbrauch und senken den Blutdruck der Angestellten.

Die Deutsche Telekom hat das Konzept bereits umgesetzt: Dort gibt es über 500 sogenannte Deskbikes. Hierbei sitzen die Mitarbeiter statt auf einem Bürostuhl auf einer Art Fahrrad-Heimtrainer, auf dem sie während der Schreibtischarbeit in die Pedale treten können.

Den Effekt solcher aktiver Arbeitsplätze verglich die Arbeitsgruppe um Francois Dupont von der Universität Montreal in einer Metaanalyse von zwölf Studien. Die Forscher untersuchten, wie sich Stehpulte, Deskbikes und Laufband-Arbeitsplätze konkret auf die Gesundheit der Mitarbeiter auswirken (Occupational and Environmental Medicine 2019; online 28. Januar).

Die wesentlichen Ergebnisse der kanadischen Untersuchung: Personen, die mit einer Geschwindigkeit von knapp 3 km / h auf dem Laufband gingen, erhöhten ihre Herzfrequenz um 5 bis 12 Schläge pro Minute.

Im Stehen zu arbeiten hat keinen Effekt auf Blutdruck

Langsameres Gehen unterschied sich bezüglich der Herzfrequenz nicht von der Arbeit am Stehpult. Radfahren mit einem Widerstand von 20-30 W erhöhte das metabolische Äquivalent (MET) um das Doppelte im Vergleich zum Arbeiten am Stehpult. Auch das Gehen auf dem Laufband mit 1 bis 1,5 km / h erhöhte den Energieverbrauch um 1 MET.

Nur die Fahrrad-Arbeitsplätze senkten den diastolischen Blutdruck leicht. Der systolische Blutdruck sank bei den Mitarbeitern mit Deskbike oder Laufband. Im Stehen zu arbeiten hatte dagegen keinen nennenswerten Effekt auf den Blutdruck.

Insgesamt wirkten sich Fahrrad- und Laufband-Arbeitsplätze positiver auf Gesundheit und Stresslevel der Mitarbeiter aus als Stehpulte.

Diese sind im Vergleich zu normalen Schreibtischen dennoch gesünder, da sie lange Sitzzeiten unterbrechen. Für genauere Ergebnisse müssten die Arbeitsplätze aber länger untersucht werden, die meisten Studien waren lediglich auf einen Tag bezogen.

„Optimal wäre, täglich 30 bis 45 Minuten zu trainieren, die Sitzdauer auf weniger als 6 bis 8 Stunden pro Tag zu beschränken und nicht länger als 30 Minuten am Stück zu sitzen“, empfiehlt Dr. Chip Lavie vom John Ochsner Heart und Vascular Institute in New Orleans. Da das allerdings selten der Realität entspräche, sei jede Art von aktivem Arbeitsplatz ein Fortschritt.

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