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Psychosomatik

„Elternschule“-Film weiter unter Beschuss

Eine Fachgesellschaft sieht die defizitäre Darstellung der Versorgung dem Format geschuldet.

Veröffentlicht:

BERLIN/GELSENKIRCHEN. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) schaltet sich in die virulente Debatte um den Film „Elternschule“ über Therapien in einer Kinder- und Jugendklinik in Gelsenkirchen ein.

Der Film wird seit Mitte Oktober in den deutschen Kinos ausgestrahlt. Nach der Anzeige eines Arztes leitete die Staatsanwaltschaft Essen Ermittlungen gegen die Einrichtung ein. Es gehe um den Verdacht der Misshandlung Schutzbefohlener, sagte ein Behördensprecher.

Wie in dem Film dargestellt, ist es aus Sicht der DGKJP zutreffend, dass psychische Störungen im Säuglings- und Kleinkindalter häufig sind und mit einem hohen Leid für die betroffenen Familien einhergehen. Sie sollten deshalb unbedingt von Fachleuten behandelt werden, in schweren Fällen ist dies auch in einem stationären Setting erforderlich, so die Gesellschaft.

Aus Sicht der DGKJP gibt es bei der Diagnostik und Behandlung von Kindern mit psychischen Störungen und schweren Verhaltensauffälligkeiten jedoch eine Reihe von Besonderheiten zu beachten, die in dem Dokumentarfilm nicht ausreichend dargestellt würden.

Insbesondere die Art und Weise und die Notwendigkeit der Grenzsetzungen durch Erwachsene im Rahmen der Interaktion mit sehr jungen Kindern seien in der Öffentlichkeit zu Recht in Kritik geraten.

„An dieser Stelle wäre eine Thematisierung von Aspekten des Kinderschutzes aus kinderpsychiatrischer Sicht wünschenswert“, so die DGKJP.

Im Film könnten sicherlich nur Teilaspekte von komplexen Behandlungskonzepten dargestellt werden. Inwiefern die von der DGKJP identifizierten Defizite auf einem unzureichenden Therapiekonzept beruhten oder auf einer verkürzten Darstellung im Rahmen eines Dokumentarfilms, könne der Zuschauer allerdings nur schwer beurteilen, heißt es.

„Dies obliegt nun den zuständigen Kontrollgremien“, so die DGKJP abschließend. (maw)

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