Hand auf

Fingerlänge zeigt, wer aggressiv ist

Das Längenverhältnis von Zeige- zu Ringfinger kann ein Hinweis auf einen aggressiven Charakter sein, haben irische Wissenschaftler herausgefunden.

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Blick auf die Hand: Menschen mit langem Ringfinger sind laut irischen Wissenschaftlern fitter.

Blick auf die Hand: Menschen mit langem Ringfinger sind laut irischen Wissenschaftlern fitter.

© arneb - Fotolia.com

GALWAY. Ein längerer Ringfinger im Vergleich zum Zeigefinger (kleines 2D-4D-Verhältnis) ist typisch für Männer und ein Indikator für höhere Testosteronkonzentrationen in utero. Umgekehrt spiegelt ein längerer Zeigefinger eine stärkere pränatale Östrogenexposition wider.

Die Entwicklung der Finger wie auch der Genitalien wird durch Homeobox-Gene gesteuert, die der Regulation durch Sexualsteroide unterliegen.

Das 2D-4D-Verhältnis ist bereits mit vielen Eigenschaften in Zusammenhang gebracht worden. Untersuchungen zufolge sind Menschen mit langem Ringfinger im Vergleich fitter, sportlicher und aggressiver, Männer wirken angeblich maskuliner und sollen die erfolgreicheren Börsenmakler sein.

Frakturen bei Straßenkämpfen

Die Chirurgen um Dr. Cormac Joyce von der Universitätsklinik Galway haben sich jetzt die Röntgenbilder von 150 Patienten, darunter 20 Frauen, mit Boxerfrakturen im Hinblick auf die Fingerlängen angesehen (Injury 2013, online 6. August).

Boxerfrakturen im Schaft des vierten oder fünften Mittelhandknochens sind meistens die Folge einer aggressiven Handlung mit den Fäusten.

Die Patienten hatten sich die Frakturen bei Straßenkämpfen, beim Boxen, bei Kampfsportarten oder bei Handgreiflichkeiten beim Sport zugezogen. Als Vergleich dienten den Ärzten 150 Röntgenaufnahmen der rechten Hand von Patienten ohne Frakturen.

Das Ergebnis: Patienten mit Boxerfrakturen hatten relativ zum Zeigefinger die längsten Ringfinger. Sowohl Männer als auch Frauen mit einer solchen Verletzung hatten ein signifikant niedrigeres 2D-4D-Verhältnis als Männer und Frauen der Kontrollgruppe (im Mittel 0,972 vs. 0,922 bzw. 0,989 vs. 0,948).

Joyce und Kollegen vermuten daher, dass die Neigung zu aggressivem Verhalten mit der vorgeburtlichen Androgenexposition zunimmt. "Unsere Ergebnisse legen nahe, dass kleinere 2D-4D-Verhältnisse eine Veranlagung zu Gewalttaten vorhersagen." (bs)

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