Gesellschaft

Ist Gestein Kaolin Quelle des Dioxins?

BERLIN (dpa). Bei der Suche nach der Herkunft der Dioxinbelastung in Futtermittel hat sich möglicherweise eine neue Spur ergeben. Das Dioxin-Muster aus Fett-Analysen etwa in Nordrhein-Westfalen erinnere an das sogenannte Kaolin, sagte am Samstag der Stuttgarter Forscher Professor Hans Schenkel.

Veröffentlicht: 17.01.2011, 05:00 Uhr
Kaolin ist ein weißes Gestein, das neben der Papier- und Porzellanherstellung auch zur Ermittlung des Stärkegrades von Kartoffeln genutzt wird. Hier in einer Grube bei Hirschau.

Kaolin ist ein weißes Gestein, das neben der Papier- und Porzellanherstellung auch zur Ermittlung des Stärkegrades von Kartoffeln genutzt wird. Hier in einer Grube bei Hirschau.

© siepmann / imago

"Normalerweise handelt es sich dabei um ein natürliches Tonmaterial, es kann aber auch Spuren von Dioxin enthalten", so Schenkel, Leiter der Landesanstalt für Landwirtschaftliche Chemie der Universität Stuttgart-Hohenheim.

Kaolin ist ein weißes, auch in der Papier- und Porzellanherstellung verwendetes Gestein. Normalerweise wird es zur Ermittlung des Stärkegrades von Kartoffeln genutzt, um diese anschließend besser für die Herstellung etwa von Pommes frites sortieren zu können.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) forderte am Wochenende als Konsequenz aus dem sich ausweitenden Dioxin-Skandal mehr Bundeskompetenzen bei der Futtermittelkontrolle. "Gegenwärtig verbietet es mir das Grundgesetz, die Kontrollpraxis (der Länder) zu kontrollieren", sagte Aigner der "Bild am Sonntag".

Daher könne es nicht sein, dass "der Bund politisch haftbar gemacht" werde, sobald es in einem Bundesland zum Skandal komme.

Verbraucher suchen indessen nach zuverlässigen Informationen zu aktuell möglichen Gesundheitsschäden durch Dioxin. In Instituten, die Analysen zur Dioxin-Belastung anbieten, häufen sich Anfragen. Und Patienten wollen wissen, ob sie zu viel Dioxin im Körper haben könnten. Ärzte können dazu - teilweise auf IGeL-Basis - auch Beratung anbieten.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Angst vor Dioxin im Körper treibt Patienten in die Praxen

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