Gesellschaft

Solarien sind beliebt, obwohl Kunden die Gefahren kennen

BERLIN (gvg). Fast jeder Nutzer von Sonnenbanken ist sich der Risiken bewusst. Das zeigt eine neue Studie. Sie belegt auch, dass viele Solarien sich um die Gesundheit nicht kümmern.

Veröffentlicht: 26.11.2008, 14:59 Uhr
Solarien sind beliebt, obwohl Kunden die Gefahren kennen

Die meisten Solarien haben erhebliche Qualitätsmängel.

© Foto: dpa

In der repräsentativen SUN-Study wurden im Auftrag der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention 500 Männer und Frauen zwischen 18 und 45 Jahren befragt. Dabei gab fast jeder zweite an, schon irgendwann einmal ein Sonnenstudio aufgesucht zu haben, knapp jeder fünfte im letzten Vierteljahr.

Interessant: Fast jeder weiß, dass UV-Strahlung die Haut schneller altern lässt und das Hautkrebsrisiko erhöht. "Die Menschen besuchen Sonnenstudios wider besseren Wissens", betonte Dr. Rüdiger Greinert von der Europäischen Hautkrebsorganisation EUROSKIN.

Die wichtigsten Gründe sind eine Steigerung von Attraktivität und Wohlbefinden. Immerhin acht Prozent sagten, sie besuchten Sonnenstudios wegen Neurodermitits. Sieben Prozent lassen sich wegen Akne bestrahlen, und vier Prozent gaben "allgemeine Gesundheitsvorsorge" als Grund für den Besuch der Sonnenbank an. "Zum Teil wird das von den Solarien sogar beworben. Das ist ein Unding", so Greinert.

Die Studios selbst schneiden in der Befragung ziemlich schlecht ab: 44 Prozent der Befragten sagten, sie hätten das Solarium ohne Personalaufsicht genutzt. Und ebenso vielen war keine UV-Schutzbrille angeboten worden.

Diese Ergebnisse decken sich mit einer Stichprobenerhebung des Bundesamts für Strahlenschutz unter 100 von 800 deutschen Sonnenstudios, die das Zertifikat "Geprüftes Sonnenstudio" tragen. Es legt unter anderem fest, dass keine Jugendlichen auf die Sonnenbank dürfen, keine Münzautomaten eingesetzt werden und bestimmte Bestrahlungsstärken sowie Beratungsstandards eingehalten werden müssen.

Trotz Zertifikat wird gegen diese Bestimmungen im Alltag regelmäßig verstoßen. "Die freiwillige Zertifizierung ist damit gescheitert", betonte Greinert. Jetzt seien dringend gesetzliche Regelungen erforderlich, die Solarien für Jugendliche verbieten, die Bestrahlungsstärke für Erwachsene begrenzen und Bestrahlungspläne verpflichtend machen. Ein neues Umweltgesetzbuch, das sich auch mit dem Schutz vor UV-Strahlen beschäftigt, soll Anfang Dezember im Bundeskabinett beraten werden.

Lesen Sie dazu auch: Strahlenschützer testen Sonnenstudios - "Erschreckende Ergebnisse"

Mehr zum Thema

BÄK-Ärztestatistik

So viele Einwohner kommen auf einen Arzt

„ÄrzteTag“-Podcast

Wo die Corona-Krise Frauen ins Hintertreffen bringt

Das könnte Sie auch interessieren
Thromboseprophylaxe und COVID-19

„ÄrzteTage extra“-Podcast

Thromboseprophylaxe und COVID-19

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Leo Pharma GmbH, Neu-Isenburg
Aktuelle GTH-Empfehlung zur Thromboseprophylaxe bei COVID-19

CAT-Algorithmus

Aktuelle GTH-Empfehlung zur Thromboseprophylaxe bei COVID-19

Anzeige
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
SARS-CoV-2: Lehren aus einer Kreuzfahrt

Viele Infizierte bleiben asymptomatisch

SARS-CoV-2: Lehren aus einer Kreuzfahrt

Mit Telemedizin gegen COVID-Risiko bei Diabetes

Schulung und Betreuung

Mit Telemedizin gegen COVID-Risiko bei Diabetes

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden