„ÄrzteTag“-Podcast

Wenn Ärzte selbst krank werden – welche Hilfe gibt es?

Für Ärzte ist es oft schwierig, sich selbst einzugestehen, dass sie nicht unverwundbar sind, dass sie am Ende ihre Kräfte sind und in eine Depression zu gleiten drohen – oder schon mitten drin stecken. Dr. Maxi Braun, Expertin im Bereich Ärztegesundheit, spricht im Podcast darüber, was Ärzte häufig krank macht und warum sie dann einer speziellen Therapie bedürfen.

Von Ruth Ney Veröffentlicht: 05.03.2020, 14:01 Uhr
Wenn Ärzte selbst krank werden – welche Hilfe gibt es?

Dr. Maxi Braun, Oberärztin an der Psychosomatischen Klinik Kloster Dießen, ist Expertin auf dem Gebiet der Ärztegesundheit.

© Psychosomatische Klinik Kloster Dießen

Wenn es um ärztliche Gesundheit geht, dann hat die jüngste Umfrage des Marburger Bundes ein echtes SOS gefunkt. Danach prägen Überstunden, Zeitdruck und Bürokratie den Arbeitsalltag der Klinikärzte. Und vor allem: Drei von vier befragten Ärzten haben angegeben, sich gesundheitlich beeinträchtigt zu fühlen. Nicht viel anders ist die Situation bei vielen niedergelassenen Ärzten.

Und dennoch dauert es oft lange, bis sich Ärzte eingestehen, dass sie Hilfe – vor allem psychische – brauchen, weil sie in eine Depression oder ein Burnout hineinzugleiten drohen oder schon mitten drin stecken. Dr. Maxi Braun, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Psychotherapeutische Medizin, ist Expertin auf dem Gebiet der Ärztegesundheit und leitet am Klinikum Kloster Dießen eine Therapieeinheit speziell für psychisch erkrankte Ärzte und Psychotherapeuten.

Im Podcast erläutert sie, warum eine psychische Erkrankung sowohl für den betroffenen Arzt als auch seinen Behandler eine Herausforderung ist und wie Kollegen präventiv für sich selbst sorgen sollten. (Dauer 13:18 Minuten)

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Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler

Ehrlich gesagt, eine klarere Überschrift: "Wenn Ärzte selbst p s y c h i s c h krank werden – welche Hilfe gibt es?" Wäre mir lieber gewesen.
Und der Marburger Bund (mb) vertritt sehr gut, aber ausschließlich die Interessen der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands. Die Niedergelassenen werden dagegen weder von ihren KVen nach ihrer bio-psycho-sozialen Befindlichkeit befragt, noch bei somatischen, psychischen und psychosomatischen Erkrankungen in irgendeiner Weise mit konkreten Hilfen und Maßnahmen unterstützt.

Ich selbst wurde bei meinem Non-Hodgkin-Lymphom Stadium 4a mit autologer Stammzell-Transplantation im Jahr 2000, zweimal lebensbedrohlicher Sepsis im Leukozyten-Nadir und Rezidivtherapie 2007 mit CHEOPS und Rituximab von "meiner " KVWL in keiner Weise beraten, unterstützt und wertschätzend begleitet. Die psychischen, körperlichen, kommunikativen, kulturellen und sozialen Folgen musste ich ganz alleine tragen.

Eine Veränderung dieser für alle von seelischen und körperlichen Krankheitsfolgen besonders belasteten niedergelassenen Vertrags-Ärztinnen und -Ärzten ist im gesamten Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nicht in Sicht.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. Mauterndorf/A)

Jörg von Hübbenet

Ich kenne diese Situation selbst, in der Tretmühle aber ist die Erkenntnis etwas zu tun sehr schwer zu nutzen.
Man braucht Hilfe, Zeit und die Gewissheit, dass Familie und Praxis daran nicht zerbrechen. Eine kompetente, sich um die ganze Praxis kümmernde Langzeitvertretung, die nach den Vorgaben des Betroffenen im Sinne des Ganzen ist eine wichtige Maßnahme.

Dr. Thomas Georg Schätzler antwortete am

Kollege Jörg von Hübbenet, das hört sich aber sehr nach Coaching und Berater-Metaebene an. Tatsache ist doch, dass bei vielen Kolleginnen und Kollegen mit psychischen und körperlichen Systemkrankheiten gerade daran Beziehungen, Familie und Vertragsarzt-Praxis zerbrechen. Eine kompetente Langzeit-Praxisvertretung wird von den KVen weder unterstützt noch gefördert.
Das ist m.E. die Realität.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. Mauterndorf/A)


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