Befragung in der Schweiz

Ärzte präferieren einheitliche Finanzierung für stationären und ambulanten Sektor

Eine einheitliche Finanzierung sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich könnte zur Entlastung in den Kliniken beitragen, so der Schweizer Berufsverband der Ärzte.

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OLTEN. Die in der Schweiz tätigen Ärzte befürworten eine einheitliche Finanzierung im ambulanten und stationären Sektor. Dadurch könnten Fehlanreize reduziert werden. Dies zeigt eine aktuelle repräsentative Befragung im Auftrag des Schweizer Berufsverbands der Ärzte (FMH). Seit sechs Jahren rechnen Spitäler in der Akutsomatik mit dem Fallpauschalensystem SwissDRG ab. Die Leistungen der stationären Erwachsenenpsychiatrie werden seit diesem Jahr mit TARPSY vergütet. Die Tarifstruktur deckt alle stationären Leistungsbereiche der Erwachsenen-, Kinder- und Jugendpsychiatrie ab. Für die stationäre Rehabilitation sei die Einführung des Tarifsystems ST Reha im Jahr 2020 geplant.

Abgesehen vom Selbstbehalt werden heute laut FMH die ambulanten Leistungen durch die Versicherer alleine vergütet. Im stationären Sektor bezahlten die Kantone hingegen mindestens 55 Prozent bei Leistungen der Listenspitäler. "Deshalb ist es für die Versicherer oft kostengünstiger, wenn der Patient stationär statt ambulant behandelt wird", heißt es in einem Beitrag des FMH in der "Schweizerischen Ärztezeitung" (SÄZ). Es bestünden somit Fehlanreize, die das Schweizer Gesundheitswesen insgesamt verteuerten, moniert der Berufsverband.

Die akutsomatisch tätigen Spitalärzte stellten in ihrem Arbeitsbereich laut FMH durchschnittlich 4,4 Mal pro Monat fest, dass die Entscheidung spitalambulant oder stationär nicht aus medizinischen Gründen erfolgt sei. "Eine relative Mehrheit der befragten Ärztinnen und Ärzte ist denn auch mit der heutigen Finanzierung nicht zufrieden. Das Bedürfnis nach neuen Lösungen ist also durchaus spürbar", heißt es in der SÄZ.

Eine einheitliche Finanzierung sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich genieße dabei mit Abstand die größte Zustimmung. Die Kantone würden sich dabei sowohl im ambulanten als auch im stationären Sektor gleichermaßen beteiligen, beispielsweise mit einem Finanzierungsanteil von 25 Prozent.

32 Prozent der praxisambulant tätigen Ärzte sowie zwischen 37 und 44 Prozent der jeweils in der Rehabilitation, Akutsomatik oder Psychiatrie engagierten Spitalärzte befürworteten diese Lösung, heißt es ergänzend. Eine monistische Finanzierung allein durch die Versicherer finde hingegen ebenso wenig Akzeptanz wie das heutige Modell. "Jeder sechste Befragte ist von keiner dieser Lösungen überzeugt oder hat andere Ideen. Rund ein Drittel der Befragten ist unentschlossen oder äußerte sich nicht dazu", schreibt der FMH in der SÄZ. (maw)

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