Direkt zum Inhaltsbereich

IACO-Untersuchung

Anerkennung steigt für pflegende Angehörige

Laut einer neuen Studie nimmt weltweit die politische Einsicht zu, dass pflegende Angehörige besser unterstützt werden müssen.

Veröffentlicht:

DARMSTADT. Weltweit wächst die Zahl der Pflegebedürftigen und mit ihr auch die Zahl der pflegenden Angehörigen. Aus einer jetzt veröffentlichten Untersuchung der International Alliance of Carer Organizations (IACO) geht hervor, dass Regierungen weltweit die Bedeutung der pflegenden Angehörigen zunehmend erkennen und bessere Rahmenbedingungen zu ihrer Unterstützung schaffen. Allein in Deutschland kümmern sich dem Bericht zufolge über 3,2 Millionen Menschen unentgeltlich um Angehörige oder Bekannte.

Der Bericht untersucht die Unterstützungsleistungen, die pflegenden Angehörigen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Australien, Kanada, Indien und den USA zur Verfügung stehen.

Aus den Ergebnissen leitet die Organisation sechs zentrale Handlungsfelder ab: die gesetzliche Anerkennung der pflegenden Angehörigen durch den Staat, eine gesetzlich geregelte finanzielle Unterstützung und geregelte Rentenzuschüsse, gesonderte Arbeitsvereinbarungen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, die Möglichkeit einer temporären oder längerfristigen Freistellung von der Arbeit sowie den Zugang zu Informationen und entsprechenden Pflegekursen.

In der Studie wird eingeräumt, dass in Deutschland einige der Vorschläge durch verschiedene Reformgesetze bereits umgesetzt wurden. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass pflegende Angehörige auch in Deutschland trotz der gesetzlichen Anerkennung ihres Status immer noch häufig mit bürokratischen Hürden zu kämpfen haben, um Unterstützung bei der Pflege zu erhalten.

"Mit dem Bericht wollen wir politische Entscheider und Regierungen erreichen und ihnen die Möglichkeit geben, von weltweit bewährten Praktiken zu lernen, die auch in andere Gesundheitssysteme integriert werden könnten, so Nadine Henningsen, Vorsitzende des IACO-Vorstands.

Die Untersuchung wurde unterstützt von Embracing Carers, einer internationalen Initiative, die 2017 vom Unternehmen Merck gegründet worden ist – in Zusammenarbeit mit führenden Pflege-Organisationen, unter anderem der IACO. (fuh)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Ein Medikament unter vielen, das wenigen hilft? 2400 Wirkstoff-Kandidaten in der EU haben den Orphan-Drug-Status.

© artisteer / Getty Images / iStock

Wirkstoff-Kandidaten mit Orphan-Drug-Status

Orphan Drugs – Risiken für ein Modell

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Ein junges Mädchen wird geimpft – gegen HPV? (Symbolbild mit Fotomodellen)

© milanmarkovic78 / stock.adobe.com

Vision Zero Onkologie

Die Elimination des Zervixkarzinoms

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vision Zero e.V.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hautkrebs

Wie sich das Bräunen im Solarium auf das Melanom-Risiko auswirkt

Lesetipps
Bakterien im Blutgefäß

© Artur / stock.adobe.com

Update der S3-Leitlinie

Neue Empfehlung in der Sepsis-Therapie

Grafik eines übergewichtigen Menschen und einem EKG

© Dr_Microbe/stock.adobe.com

Kardiometabolische Erkrankungen

Adipositas und Vorhofflimmern: Besteht ein direkter Zusammenhang?

Apixaban, ein orales Antikoagulans zur Behandlung und Vorbeugung von Blutgerinnseln sowie zur Vorbeugung von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern.

© Soni's / stock.adobe.com

Vergleich bei dreimonatiger Therapie-Zeit

Apixaban vs. Rivaroxaban: Welches DOAK hat das geringere Blutungsrisiko?