IACO-Untersuchung

Anerkennung steigt für pflegende Angehörige

Laut einer neuen Studie nimmt weltweit die politische Einsicht zu, dass pflegende Angehörige besser unterstützt werden müssen.

Veröffentlicht: 15.10.2018, 16:17 Uhr

DARMSTADT. Weltweit wächst die Zahl der Pflegebedürftigen und mit ihr auch die Zahl der pflegenden Angehörigen. Aus einer jetzt veröffentlichten Untersuchung der International Alliance of Carer Organizations (IACO) geht hervor, dass Regierungen weltweit die Bedeutung der pflegenden Angehörigen zunehmend erkennen und bessere Rahmenbedingungen zu ihrer Unterstützung schaffen. Allein in Deutschland kümmern sich dem Bericht zufolge über 3,2 Millionen Menschen unentgeltlich um Angehörige oder Bekannte.

Der Bericht untersucht die Unterstützungsleistungen, die pflegenden Angehörigen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Australien, Kanada, Indien und den USA zur Verfügung stehen.

Aus den Ergebnissen leitet die Organisation sechs zentrale Handlungsfelder ab: die gesetzliche Anerkennung der pflegenden Angehörigen durch den Staat, eine gesetzlich geregelte finanzielle Unterstützung und geregelte Rentenzuschüsse, gesonderte Arbeitsvereinbarungen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, die Möglichkeit einer temporären oder längerfristigen Freistellung von der Arbeit sowie den Zugang zu Informationen und entsprechenden Pflegekursen.

In der Studie wird eingeräumt, dass in Deutschland einige der Vorschläge durch verschiedene Reformgesetze bereits umgesetzt wurden. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass pflegende Angehörige auch in Deutschland trotz der gesetzlichen Anerkennung ihres Status immer noch häufig mit bürokratischen Hürden zu kämpfen haben, um Unterstützung bei der Pflege zu erhalten.

"Mit dem Bericht wollen wir politische Entscheider und Regierungen erreichen und ihnen die Möglichkeit geben, von weltweit bewährten Praktiken zu lernen, die auch in andere Gesundheitssysteme integriert werden könnten, so Nadine Henningsen, Vorsitzende des IACO-Vorstands.

Die Untersuchung wurde unterstützt von Embracing Carers, einer internationalen Initiative, die 2017 vom Unternehmen Merck gegründet worden ist – in Zusammenarbeit mit führenden Pflege-Organisationen, unter anderem der IACO. (fuh)

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