Kommentar – Ärztemangel

Auf die „Jungen“ hören

Von Raimund Schmid Veröffentlicht: 29.10.2018, 08:57 Uhr

Das berufspolitische Oktoberfest in Bad Orb gilt als das Stimmungsbarometer der hausärztlichen Basis. Zumeist geht es dort dann auch so richtig zur Sache. Diesmal war das anders, die üblichen scharfen Attacken blieben aus.

Hausärzte-Chef Ulrich Weigeldt konnte sich zufrieden zurücklehnen und darauf verweisen, zuletzt fast alles richtig gemacht zu haben: gesicherte Honorare, die Erfolgsmodelle HZV und VERAH, Kompetenzzentren Allgemeinmedizin und vieles mehr.

Sicher ist aber auch, dass sich der Hausärzteverband nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen darf. Denn immer noch rücken viel zu wenige Fachärzte für Allgemeinmedizin nach, die dann oft auch nur in Teilzeit und Anstellung arbeiten wollen. Das verschärft natürlich das Nachwuchsproblem.

Für viele junge Ärzte ist die beste Investition des Lebens eben genau nicht eine eigene Hausarztpraxis, wie Weigeldt dies beim Oktoberfest zu verkaufen versuchte. Deshalb gab es hier zwischen den etablierten Hausärzten und den jungen Nachwuchsärzten auch keinen Konsens.

Die jungen Allgemeinmediziner wollen eben nicht mehr 60 oder mehr Stunden pro Woche arbeiten. Das sollten jetzt endlich alle akzeptieren. Sonst kann das Stimmungsbarometer rasch wieder kippen.

Lesen Sie dazu auch: Ärztemangel: Jeder vierte Hausarztsitz bleibt unbesetzt

Mehr zum Thema

Sachsen

Bereitschaftsdienst-Reform geht in Verlängerung

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Warum die Krebsrate bei jungen Menschen steigt

Präventionsdefizit

Warum die Krebsrate bei jungen Menschen steigt

Plasmaspende als Therapie bei COVID-19?

Studie mit schwer Erkrankten

Plasmaspende als Therapie bei COVID-19?

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden