Kommentar – Ärztemangel

Auf die „Jungen“ hören

Raimund SchmidVon Raimund Schmid Veröffentlicht:

Das berufspolitische Oktoberfest in Bad Orb gilt als das Stimmungsbarometer der hausärztlichen Basis. Zumeist geht es dort dann auch so richtig zur Sache. Diesmal war das anders, die üblichen scharfen Attacken blieben aus.

Hausärzte-Chef Ulrich Weigeldt konnte sich zufrieden zurücklehnen und darauf verweisen, zuletzt fast alles richtig gemacht zu haben: gesicherte Honorare, die Erfolgsmodelle HZV und VERAH, Kompetenzzentren Allgemeinmedizin und vieles mehr.

Sicher ist aber auch, dass sich der Hausärzteverband nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen darf. Denn immer noch rücken viel zu wenige Fachärzte für Allgemeinmedizin nach, die dann oft auch nur in Teilzeit und Anstellung arbeiten wollen. Das verschärft natürlich das Nachwuchsproblem.

Für viele junge Ärzte ist die beste Investition des Lebens eben genau nicht eine eigene Hausarztpraxis, wie Weigeldt dies beim Oktoberfest zu verkaufen versuchte. Deshalb gab es hier zwischen den etablierten Hausärzten und den jungen Nachwuchsärzten auch keinen Konsens.

Die jungen Allgemeinmediziner wollen eben nicht mehr 60 oder mehr Stunden pro Woche arbeiten. Das sollten jetzt endlich alle akzeptieren. Sonst kann das Stimmungsbarometer rasch wieder kippen.

Lesen Sie dazu auch: Ärztemangel: Jeder vierte Hausarztsitz bleibt unbesetzt

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