Direkt zum Inhaltsbereich

Corona-Bürgertests

BMG und KBV verständigen sich über Abrechnung der Corona-Testzentren

Im Streit um die Abrechnung der Corona-Bürgertests gibt es nun doch eine Einigung zwischen Gesundheitsministerium und KBV. Die KVen überprüfen demnach weiterhin die Abrechnung. Auffälligkeiten der Testergebnisse werden aber nachgelagert bewertet.

Veröffentlicht:
Blick in ein Corona-Testzentrum in Berlin: Die KVen werden die Abrechnung der Testzentren nun doch weiter annehmen und Auszahlungen vornehmen.

Blick in ein Corona-Testzentrum in Berlin: Die KVen werden die Abrechnung der Testzentren nun doch weiter annehmen und Auszahlungen vornehmen.

© Christophe Gateau / dpa

Berlin. Überraschende Wende im Streit um die Abrechnung der Corona-Bürgertests. Bundesgesundheitsministerium (BMG) und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben am späten Montagabend bekannt gegeben, sich auf ein gemeinsames Vorgehen bei der Abrechnung der Teststellen verständigt zu haben.

Demnach sollen die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) weiter die Abrechnungen der Teststellen entgegennehmen und Auszahlungen vornehmen. Aufgabe der KVen werde sein, „das Vorliegen der Akkreditierung der Testzentren und die rechnerische Richtigkeit der Abrechnung der Zentren zu überprüfen“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung des BMG und der KBV.

Nach Auszahlung der Beträge sollen die KVen die Daten der Testzentren der Mitteilung zufolge an den Bund weiterleiten. Danach würden die „Plausibilität der durchgeführten Tests und Ergebnisse“ überprüft und mögliche Auffälligkeiten an die zuständigen Ordnungsbehörden der Kommunen weitergegeben. Die Ordnungsbehörden teilen dann den KVen mit, in welcher Höhe Rückforderungen zu erfolgen hätten.

An den neuen Regeln zu den Bürgertests ändert sich dem Vernehmen nach nichts. Seit 30. Juni sind die Testungen für das Gros der Bevölkerung kostenpflichtig – je Test werden drei Euro fällig. Ausnahmen gibt es etwa für vulnerable Personengruppen oder pflegende Angehörige.

„Betrug mit Bürgertests darf sich nicht mehr lohnen“

Gesundheitsminister Karl Lauterbach legte am Montagabend Wert auf die Feststellung, dass man „unbürokratische Verwaltung mit effektiver Kontrolle“ kombiniere. „Die KVen überprüfen weiterhin die Abrechnung. Auffälligkeiten der Testergebnisse werden aber nachgelagert bewertet. Betrug mit Bürgertests darf sich nicht mehr lohnen“, sagte der SPD-Politiker.

Seitens des KBV-Vorstands hieß es, es sei nunmehr geklärt, dass die KVen die neuen Anspruchsvoraussetzungen für die Bürgertests nicht prüfen müssten. „Entscheidend ist, dass die KVen – solange an den Bürgertestungen festgehalten wird – für Betrugsfälle, denen falsche oder gefälschte Angaben von Getesteten oder Teststellen zugrunde liegen, weder verantwortlich sind, noch dafür im Nachhinein verantwortlich gemacht werden.“

Ende vergangener Woche hatten die KVen in einem Schreiben an Lauterbach angekündigt, sich als Dienstleisterinnen aus den Corona-Bürgertests zurückziehen zu wollen. Als Grund für den Ausstieg hatten die Vertragsärzte Befürchtungen ins Feld geführt, die Anspruchsvoraussetzungen für Bürgertestungen nicht rechtssicher prüfen zu können.

Schon die bisherige Praxis habe Betrugsfälle nicht verhindern können, hatte es in dem Schreiben geheißen. Zugleich hatten sie Gespräche mit dem Ministerium über eine etwaige Lösung des Problems geführt. Die scheint nun gefunden zu sein. (hom)

Was halten Sie von den neuen Abläufen bei Corona-Bürgertests?

Kostenlose Bürgertests gehören komplett abgeschafft – Tests in Heimen und Kliniken vor dem Besuch reichen.
51 %
Irrer Kontrollaufwand – ich werde keine SARS-CoV-2-Antigentests mehr anbieten.
33 %
Die Zuzahlung von drei Euro setzt die richtigen Anreize – E-Cash haben wir längst eingeführt.
1 %
Ich hoffe, jetzt trennt sich endlich die Spreu vom Weizen bei den nichtärztlichen Teststellen.
15 %
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Apotheken mischen mit

Vorhaltepauschale: Hartmannbund fordert, die Impfquote auszusetzen

Gesundheitswirtschaft

Impfangebot der Apotheken wird zunehmend bekannter

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

EU AI Act: Was die neuen Transparenzpflichten für Praxen bedeuten

Kongress in Chicago

Herzkongress AHA 2026: Diese Studien könnten die Praxis verändern

Vergleich der Kreise

Wo MRSA-Infektionen besonders häufig sind

Lesetipps