Prävention

BZgA feiert Jubiläum in stürmischen Zeiten

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wird 50 – und sieht große Aufgaben auf sich zukommen.

Von Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht: 07.07.2017, 16:15 Uhr

KÖLN. Die Folgen des demografischen Wandels und die stetige Zunahme von lebensstilbedingten Erkrankungen werden die Präventionsarbeit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in den kommenden Jahren vor große Herausforderungen stellen. Handlungsbedarf sieht BZgA-Leiterin Dr. Heidrun Thaiss etwa bei Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, den Folgen von Übergewicht und erheblichem Bewegungsmangel. "Wir müssen auch zunehmend den Fokus auf psychische Krankheiten richten", sagte Thaiss anlässlich der Feier zum 50-jährigen Bestehen der BZgA in Köln.

Die Zentrale müsse auch dem geänderten Informationsverhalten der Menschen und der wachsenden Bedeutung der sozialen Medien Rechnung tragen. "Der Zugang zu Informationen verändert sich, das ist eine Chance." Betroffene nutzten die sozialen Netzwerke zum Austausch über ihre Erkrankungen. Gleichzeitig sei die Vielzahl von Informationen aber von sehr unterschiedlicher Qualität, betonte die Ärztin. Als Aufgabe der BZgA sieht sie es, die Menschen darauf hinzuweisen, wo sie gute und verlässliche Informationen finden. "Ich denke, der BZgA geht auch künftig die Arbeit nicht aus."

Seit der Gründung am 20. Juli 1967 hat sich die Präventionsarbeit der Einrichtung ständig verändert. In den 60er Jahren habe man vor allem auf die Abschreckung gesetzt, in den 70ern dann auf die Belehrung, berichtete Thaiss. "Heute geht es zunehmend darum, die Menschen zu motivieren und mitzunehmen." Die Fachbehörde des Ministeriums sei so zu einem "unverzichtbaren Bestandteil unseres Gesundheitswesens" geworden, lobte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) am Donnerstag.

Als Beispiele für die erfolgreiche Präventionsarbeit nannte Thaiss die Kampagnen "Gib Aids keine Chance", die "rauchfrei-Jugendkampagne" und "Alkohol? Kenne Dein Limit".

Die Zentrale sehe Prävention und Gesundheitsförderung dabei nicht mehr ausschließlich im gesundheitlichen Zusammenhang, sondern verstärkt als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deshalb arbeite sie mit einer Vielzahl von Organisationen und Verbänden zusammen. "Die Qualitätssicherung nimmt für unsere Arbeit eine entscheidende Rolle ein", so Thaiss.

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