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TK-Chef

Baas: Genaue Prognosen zu GKV-Finanzen sind Kaffeesatzleserei

Der Vorstandschef der größten gesetzlichen Kasse hält sichere Vorhersagen zur finanziellen Entwicklung der GKV für unseriös.

Thomas HommelVon Thomas Hommel Veröffentlicht:

Berlin. Nach Ansicht des Vorstandschefs der Techniker Krankenkasse (TK), Dr. Jens Baas, sind sichere Prognosen zur Finanzentwicklung bei den gesetzlichen Krankenkassen derzeit reine Kaffeesatzleserei.

„Jede Zahl wäre im Moment komplett unseriös, weil sie sich wirklich innerhalb von Wochen ändert“, sagte Baas anlässlich der Vorstellung des aktuellen Gesundheitsreports der Kasse am Dienstag in Berlin.

Wegen der Coronavirus-Pandemie würden Ausgaben und Einnahmen der Kassen extrem schwanken, so der Kassenmanager. „Wir müssen gucken, was da am Ende rauskommt.“ Bei den klassischen Aufgaben gebe es einen Rückgang, „weil viele Sachen nicht gemacht wurden wegen Corona“, betonte Baas. Als Beispiele nannte er Zahnersatz und Kuren. „Wir wissen nicht, wie viel davon nachgeholt wird.“

Kosten der Corona-Tests nicht absehbar

Schwer einzuschätzen sei auch, wie sich die Kosten für die Corona-Massentests auf die Finanzlage der Kassen auswirken würden, so Baas. „Wenn es 100 .000 Tests jede Stunde sind, dann ist das eine Belastung, die man fast nicht tragen kann.“ Exakt lasse sich aber auch das nicht voraussagen.

Große Sorgen bereite ihm die Einnahmenseite, betonte der TK-Chef. „Wir haben extreme Einnahmenverluste.“ Allein die Zahl der Stundungsanträge von Beiträgen liege momentan um das 60-Fache höher als sonst.

Die Einnahmeausfälle würden aber nicht sofort bei den Kassen „auflaufen“, da das fehlende Geld im laufenden Jahr zunächst „garantiert“ über den Gesundheitsfonds ausgeglichen werde. „Läuft der Fonds leer, muss der Staat nachschießen.“ Wie es im nächsten Jahr weitergehe, sei aktuell nicht zu beantworten.

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