GKV-Finanzen

Zuweisungen an Kassen bleiben 2020 stabil

Zuweisungen aus dem Fonds bleiben vorerst unverändert. Die Finanzentwicklung ist unklar.

Veröffentlicht:

Berlin. In der sich abzeichnenden Rezession können Krankenkassen ungeachtet schrumpfender Beitragseinnahmen im laufenden Jahr mit planbaren Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds rechnen.

Denn diese wurden im vergangenen Oktober vom Schätzerkreis kalkuliert. „Die einmal festgelegte Höhe der Zuweisungen wird nicht mehr verändert“, sagt Katharina Kolanoski, Sprecherin des Bundesamts für Soziale Sicherung (BAS), auf Anfrage der „Ärzte Zeitung“. Auch wenn die Schätzung überholt sei, habe das keine Auswirkungen auf die Zuweisungen.

Aktuell habe das Bundesamt noch zu wenig Daten, um die krisenbedingten Auswirkungen auf die Finanzen der Kassen abschätzen zu können.

Besondere Situation berücksichtigen

Man werde die besondere Situation „im Dialog mit den Krankenkassen aber natürlich berücksichtigen“, so die Sprecherin. In der Vergangenheit, berichten Kasseninsider, habe das Amt rigide darauf gedrungen, dass Kassen mit hohen Rücklagen ihre Reserven abschmelzen. Daran ändert sich offenbar zunächst nichts: Auflaufende Defizite müssten die Kassen aus vorhandenem Vermögen finanzieren. Erst wenn sich abzeichnet, dass dies nicht mehr reicht, „ist eine Anhebung des Zusatzbeitragssatzes vorzunehmen“.

Dazu könnte es in einigen Fällen noch im laufenden Jahr kommen. Ende 2019 verfügten elf Kassen unter Bundesaufsicht über Finanzvermögen zwischen 0,26 und 0,5 Monatsausgaben – übertrafen die Mindestmarge somit nur knapp.

Kassen haben Krisenstäbe gebildet

Hinzu kommt, dass das vom Bundestag verabschiedete Unterstützungspaket für das Gesundheitswesen alleine mit 0,3 bis 0,4 Beitragssatzpunkten zu Buche schlagen dürfte. Die Höhe weiterer Mehrausgaben sei zur Zeit nicht seriös abschätzbar, so auch das BAS. Auf Kassenseite wird nicht damit gerechnet, dass Leistungen, die Versicherte krisenbedingt verschieben, sich kostendämpfend auswirken.

Kassen haben Krisenstäbe gebildet und versuchen in Szenarien, Rückgänge bei Beitragseinnahmen und Mehrausgaben gegenzurechnen. Doch das sei aktuell wie ein Blick in die Glaskugel, hieß es. (fst)
Lesen sie auch
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

© metamorworks / Getty Images / iStock

Krebsmedizin auf neuen Wegen

Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Weltkrebstag 2026

Was es für die optimale Krebsversorgung auf dem Land braucht

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: So sieht die optimale Therapie (derzeit) aus

Lesetipps
Eine Frau hält eine Lupe über die Abbildung einer Gebärmutter.

© Gambar / stock.adobe.com

Humane Papillomviren

Nach Impfung: HPV-Screening nur zwei- bis dreimal im Leben?

Ein einbandagierter Fuß

© Patrick Bonnor / stock.adobe.com

Wundheilung

Ulcus cruris venosum: Was für die Kompressionstherapie wichtig ist

Rita Süssmuth steht in ihrem Büro im Deutschen Bundestag.

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Nachruf

Rita Süssmuth: Kämpferin gegen Diskriminierung