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„Versorgungsgefährdend“

Bayerns Hausärzte lehnen Kommissionspläne zur Notfallreform ab

Veröffentlicht:

München. Als „versorgungsgefährdend und am eigentlichen Problem vorbei“ hat der Bayerisches Hausärzteverband (BHÄV) die Vorschläge der Regierungskommission für eine Reform der Notfallversorgung bezeichnet. Man lehne die Empfehlungen ab und fordere die „Einbeziehung der Hausärzteschaft“, heißt es in einer Mitteilung von Freitag.

„Die Vorschläge, die jetzt auf dem Tisch liegen, würden den bestehenden und gut funktionierenden Bereitschaftsdienst in Bayern massiv zum Nachteil der Hausärztinnen und Hausärzte verändern und diese in Zeiten zurückkatapultieren, zu denen gerade für Kolleginnen und Kollegen in ländlichen Regionen hunderte von Stunden im Bereitschaftsdienst pro Jahr üblich waren“, moniert der BHÄV-Vorsitzende Dr. Wolfgang Ritter.

Kritik an „uferlosen Bereitschaftsdiensten“

Die Reformvorschläge sehen unter anderem gemeinsame „Tresen“ in Integrierten Notfallzentren (INZ) vor oder wahlweise die Errichtung einer KV-Notdienstpraxis am Krankenhaus. Betroffen wären alle Kliniken der Stufe 2 (erweiterte Notfallversorgung).

Die KVen sollen demnach den Sicherstellungsauftrag 24/7 haben. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte müssten dann entweder Dienste am „Tresen“ oder in der Notdienstpraxis übernehmen. Die Kommission empfiehlt für diese Praxen Öffnungszeiten von „mindestens“ 14 bis 22 Uhr montags bis freitags und 9 bis 21 Uhr an Wochenenden und Feiertagen.

„Wir fordern die Politik auf, zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern der Hausärzteschaft gemeinsam an einer sektorenverbindenden Notfall- und Akutversorgung zu arbeiten, die (...) nicht die Attraktivität des Hausarztberufs durch den Aufbau von Substitutionsberufen und uferlosen Bereitschaftsdiensten gefährdet“, so BHÄV-Chef Ritter. (nös)

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Kommentare
Dr. Florian Gerheuser 20.02.202318:02 Uhr

Sehr geehrter Herr Christoph,
Sie schreiben: "Niemand hat den Mut, die Pflicht zu einem Sozialen Jahr für Schulabgänger / innen (ohne Ausnahmen ) anzumahnen. Dadurch würde die junge Generation endlich an gesamtgesellschaftliche Aufgaben herangeführt."
Abgesehen davon, dass ich nicht verstehe, wieso die "junge Generation" hier besonders in der Pflicht wäre - meinen Sie nicht auch, der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen wäre Folge der katastrophalen Arbeitsbedingungen (und damit meine ich nicht die Entlohnung; Stichwort "moralische Verletzungen")? Hier muss man nachhaltig Änderungen durchsetzen. In diesem Sinne kontraproduktiv ist auch der Vorschlag des BHÄV: Offensichtlich soll die Bereitschaftsdienstlast gerne auch für den von den KVen sonst mit Zähnen und Klauen verteidigten ambulanten Bereich auf die Ärzt*innen in den Krankenhäusern abgelegt werden. Krankenhäuser als "bad bank" des Gesundheitswesens? So stelle ich mir sektorenverbindende kollegiale Zusammenarbeit jedenfalls nicht vor.

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