Wegen Corona-Pandemie

Berliner Kliniken ohne Rettungsschirm in der Bredouille

Zwei Berliner Kliniken droht in der Pandemie die finanzielle Schieflage: Der Rettungsschirm der Regierung ist ungerecht, sagt die Caritas-Direktorin für Berlin und Brandenburg, Ulrike Kostka. Das Problem: Die Notfallstufen.

Von Madlen Schäfer Veröffentlicht:
Die Caritas sieht die Finanzlage ihrer Klinik Maria Heimsuchung im Berliner Stadtteil Pankow mit Sorge.

Die Caritas sieht die Finanzlage ihrer Klinik Maria Heimsuchung im Berliner Stadtteil Pankow mit Sorge.

© picture alliance / Bildagentur-online/Schoening

Berlin. Die Krankenhäuser in der Hauptstadt sind stark ausgelastet, neben der Behandlung von COVID-19-Patienten werden Betten auch zur Reserve möglicher weiterer Corona-Erkrankter freigehalten und alle planbare Operationen verschoben. Dadurch gehen den Kliniken Einnahmen verloren.

Der zweite Rettungsschirm der Bundesregierung für Krankenhäuser soll das ausgleichen, aber nicht alle Kliniken werden berücksichtigt. Dies betrifft vor allem Krankenhäuser der Notfallversorgungsstufe 2. „Die Krankenhäuser müssen sich auf die Patientenversorgung konzentrieren können und dürfen nicht in finanzielle Schieflage geraten“, sagt Ulrike Kostka, Caritas-Direktorin für Berlin und Brandenburg.

Rettungsschirm nicht nur an Notfallstufen festmachen

Die Caritas betreibt mit dem Dominikus-Krankenhaus in Reinickendorf und der Caritas-Klinik Maria Heimsuchung in Pankow zwei Krankenhäuser in Berlin. Auch sie betreuen COVID-19-Patienten und werden dennoch nicht vom Rettungsschirm berücksichtigt. „Der Rettungsschirm darf nicht nur an den Intensivkapazitäten und Notfallstufen festgemacht werden. Das ist ungerecht und gefährdet die Gesundheitsversorgung insgesamt. Dadurch werden viele Krankenhäuser benachteiligt, die einen wesentlichen Beitrag bei der Versorgung von COVID-19-Patienten leisten“, sagt Kostka.

In Berlin würden 70 Prozent der Corona-Patienten auf Normalstationen betreut werden. „Es kann nicht sein, dass die Mitarbeiter in den Krankenhäusern Leben retten und dann im Frühjahr Krankenhäuser um ihre Existenz bangen müssen“, so Kostka. Während die aktuellen Verluste der kommunalen Kliniken über Steuergelder finanziert werden, hätten freigemeinnützige Krankenhäuser diese Chance nicht.

Zusätzlich müssten Corona-Patienten, die zwar stationär, aber nicht intensivmedizinisch behandelt werden, dennoch aufwändig betreut werden. Die Zahl dieser Patienten steige derzeit weiter. COVID-19-Patienten, die von einer Intensivstation kommen, benötigen anschließend häufig eine längere Nachbehandlung auf einer Normalstation. Deshalb fordert Kostka, den zweiten Rettungsschirm anzupassen und damit allen Kliniken Handlungssicherheit in der Pandemie zu geben.

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