Praxenstreik nach Weihnachten

Berliner Krankenhausgesellschaft erinnert Vertragsärzte an Sicherstellungsauftrag

Verbandspolitik der niedergelassenen Ärzte dürfe nicht zulasten der Rettungsstellen in den Kliniken gehen, fordert die Berliner Krankenhausgesellschaft. Notdienstpraxen der KV Berlin kündigen zusätzliche Öffnungszeiten an.

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Berlin. In den Berliner Krankenhäusern blicken die Verantwortlichen angesichts der steigenden Krankenstände und angespannter Personalsituation in den Notaufnahmen mit gemischten Gefühlen dem angekündigten Streik der Praxisärzte zwischen den Jahren entgegen. Die Krankenstände steigen, und die Personaldecke in den Notaufnahmen dünnt aus.

„Wir fordern die niedergelassenen Ärzte dringend dazu auf, den Versorgungsauftrag in den kommenden Tagen sicherzustellen“, hat Marc Schreiner, Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) am Freitag gewarnt. Die Rettungsstellen dürften nicht überlastet werden. Verbandspolitik der niedergelassenen Ärzte dürfe nicht auf den Schultern der Ärzte Pflegenden in den Rettungsstellen ausgetragen werden.

Rettungsstellen wollen nicht ausgenutzt werden

Tatsächlich hat die KV Berlin ausweislich ihres Webauftritts für die Zeit über Weihnachten und Neujahr zusätzliche Öffnungszeiten in den elf Notdienstpraxen für Erwachsene und Kinder angekündigt. Selbst an den vorgesehenen drei Streiktagen sollen die Notdienstpraxen für Erwachsene zwischen acht und elf Stunden am Tag offen sein.

Auch für den Regelbetrieb nach den Feiertagen fürchtet die Krankenhausseite, von den Praxisärzten im Regen stehen gelassen zu werden. Der neue Honorarverteilungsmaßstab werde dazu führen, dass Ärzte schneller ihr Regelleistungsvolumen erreichten, heißt es in der Pressemitteilung der BKG. Die Rettungsstellen dürften dann nicht ausgenutzt werden. Die KV-Notfallpraxen müssten ihrer Aufgabe, nicht lebensgefährlich Erkrankte zu behandeln, nachkommen und dazu beitragen, die Patientenströme klar zu steuern. (af)

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Kommentare
Andreas Hoffmann 22.12.202316:41 Uhr

Lieber Herr Schreiner, im Gegensatz zu Ihnen bekommen wir kein Fixgehalt. Leistung, die nicht bezahlt wird, sind wir nicht mehr bereit zu erbringen. Weder halte ich mein Personal wie Sklaven, noch bin ich selbst bereit, mich als Sklave des Sicherstellungsauftrags zu betrachten. Die Einkommensschere zwischen Vertragsarzt und Krankenhausarzt geht seit Jahren auseinander, im Gegensatz zu Oberarzt im Krankenhaus trage ich aber die volle unternehmerische Verantwortung, habe einen sechsstelligen Betrag investiert. Solange die Politik nicht bereit ist, dies angemessen zu honorieren, solange werde ich das Hamsterrad nicht mehr drehen. Gerne dürfen die Kollegen in den Notaufnahmen der Krankenhäuser solidarisch mit uns sein und eine angemessene Vergütung des kassenärztlichen Bereitschaftsdiensts fordern. Frohes Fest!

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