Lehren aus COVID-19

Bund investiert für Krisenfall in Gesundheitsvorsorge

Der Bund will als Lehre aus der Corona-Pandemie die Gesundheitsvorsorge im Rahmen des Zivilschutzes ausbauen.

Florian StaeckVon Florian Staeck Veröffentlicht:
Bisher stand bei der Bundesbehörde die Vorsorge für Hilfe etwa bei Naturkatastrophen oder im Verteidigungsfall im Fokus. Nun will der Bund auch die Reserven für den Fall von Gesundheitskrisen – wie etwa der Corona-Pandemie – ausbauen.

Bisher stand bei der Bundesbehörde die Vorsorge für Hilfe etwa bei Naturkatastrophen oder im Verteidigungsfall im Fokus. Nun will der Bund auch die Reserven für den Fall von Gesundheitskrisen – wie etwa der Corona-Pandemie – ausbauen.

© Oliver Berg / dpa

Berlin. Die Bundesregierung prüft angesichts der Corona-Pandemie ein „Gesundheitssicherstellungs- und -vorsorgegesetz“. In der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen wird dazu kein Zeitplan genannt. Bis Ende März 2021 wird die Regierung zunächst einen Evaluationsbericht zum 2. Pandemiegesetz vorlegen, das Ende März in Kraft getreten ist. In diesem Zusammenhang werde dann geprüft, ob weiterer gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht.

Ein solches Regelwerk könnte in Analogie zum „Gesetz über die Sicherstellung der Grundversorgung mit Lebensmitteln in einer Versorgungskrise“ geschaffen werden. Diese Ernährungsreserve gilt für den Verteidigungsfall sowie bei Naturkatastrophen oder Pandemien. Sie war erstmals als Konsequenz aus dem Reaktorunglück von Tschernobyl im April 1986 angelegt worden.

150 Lagerstätten in Deutschland

Verteilt auf bundesweit über 150 Lagerstätten werden dabei staatliche Notreserven, unter anderem Weizen, Roggen und Hafer sowie Reis, Erbsen, Linsen und Kondensmilch, gebunkert. Sie sollen die Ernährungsgrundlage von 83 Millionen Menschen über einige Tage und Wochen in Deutschland sicherstellen.

Nun plant die Regierung, auch für den medizinischen Bevölkerungsschutz ihre Kapazitäten hochzufahren. Obwohl der Bund laut Grundgesetz nur für den Schutz der Bevölkerung im Spannungs- und Verteidigungsfall zuständig ist und ansonsten nur im Zuge der Amtshilfe für die Bundesländer tätig werden darf, baut er nach eigenen Angaben derzeit 61 „Medizinische Task Forces“ (MTF) auf. Dabei handele es sich um „arztbesetzte sanitätsdienstlich taktische Einsatzverbände mit Spezialfähigkeiten“. Diese sollen für den Zivilschutz und zur länderübergreifenden Katastrophenhilfe zur Verfügung stehen.

Kapazitäten zur präklinischen Behandlung

Jede MTF soll über Kapazitäten zur präklinischen Behandlung und „zum weiträumigen Transport von traumatisch Verletzten“ verfügen. Ebenfalls vorhalten will der Bund 642 Krankentransportwagen. Das Personal zur Besetzung der MTF sollen die Hilfsorganisationen stellen. Deren jeweilige beauftragte Mitarbeiter sollen dazu vom Bund eine standardisierte und finanzierte Ausbildung erhalten.

Auch die bisherige Bevorratung von Sanitätsmaterial für die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung im Spannungs- und Verteidigungsfall soll angepasst werden. Bisher seien die Vorräte auf „traumatisch-thermische Verletzungen“ ausgerichtet.

Die Lager in aktuell fünf Bundesländern umfassen vor allem Material für Flüssigkeitsersatz bei Verletzten, zur Schmerzlinderung, chirurgischen Erstversorgung und zur Infektionsvorbeugung. Künftig solle die Bevorratung auch chemische, biologische, radioaktive und nukleare Gefahren im Rahmen der zivilen Verteidigung berücksichtigen, heiß es. Die entsprechenden Reserven würden „qualitativ und quantitativ“ angepasst.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Vielfältige Beweggründe

Warum Menschen statt zum Hausarzt in die Notaufnahme gehen

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung

Symposium der Paul-Martini-Stiftung

COVID-19 akut: Früher Therapiestart effektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Nutzen durch randomisierte Studie belegt

Qigong-Übungen senken erhöhten Blutdruck

Lesetipps
Tablette, auf der GLP-1 steht

© THIBNH / Generated with AI / Stock.adobe.com

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?

Ein Stempel mit der Aufschrift "Regress"

© Gina Sanders / stock.adobe.com |

Interview zum Vertragsarztrecht

Regress-Prävention: Wie Ärzte Formfehlern aus dem Weg gehen