BZgA-Studie

COVID-19-Impfung: Zielgerichtete Informationen nötig

Wer bislang noch zögert oder unentschlossen ist, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen, dem fehlt häufig das Vertrauen in Sicherheit und Wirksamkeit der Vakzine.

Von Ilse SchlingensiepenIlse Schlingensiepen Veröffentlicht:
Die „Ärmel hoch“-Kampagne kann Unentschlossene offenbar nicht davon überzeugen, sich impfen zu lassen.

Die „Ärmel hoch“-Kampagne kann Unentschlossene offenbar nicht davon überzeugen, sich impfen zu lassen.

© Sebastian Kahnert/picture alliance

Köln. Die allgemeinen Informationen zur Corona-Schutzimpfung sollten durch zielgerichtete Angebote für Menschen ergänzt werden, die mit Blick auf die Impfung noch unsicher sind. Diesen Schluss zieht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln aus einer Repräsentativbefragung.

„Die Befragungsergebnisse zeigen, dass es besonders wichtig ist, vor allem diejenigen, die noch unentschlossen und zögerlich hinsichtlich einer Corona-Schutzimpfung sind, in ihrem Vertrauen in die Sicherheit und Wirksamkeit der Impfung zu stärken“, sagte der Kommissarische Direktor der BZgA Professor Martin Dietrich.

Vom 9. Juli bis 5. August waren insgesamt 3832 Erwachsene ab 16 Jahren telefonisch oder online befragt worden. Die Befragung zur Corona-Schutzimpfung in Deutschland (CoSiD), der noch weitere folgen sollen, dient der Begleitforschung zu den nationalen Kommunikationsmaßnahmen zur Impfung.

ÄrmelHoch-Kampagne eher ein Flop

Bei der ersten Runde hatten 81 Prozent angegeben, mindestens eine Impfung erhalten zu haben, bei 64 Prozent waren es bereits zwei Impfungen. Von den Ungeimpften wollte sich mit 31 Prozent knapp ein Drittel auf keinen Fall immunisieren lassen. 27 Prozent wollten sich auf jeden Fall oder wahrscheinlich impfen lassen, 21 Prozent waren noch zögerlich und weitere 21 Prozent eher ablehnend.

„Die Impfabsicht fällt bei ungeimpften Älteren ab 75 Jahren, bei ungeimpften Personen mit einer höheren Bildung und bei ungeimpften Personen, die nicht in Deutschland geboren sind, tendenziell höher aus“, so die BZgA.

Die Herausforderung liegt für die Autoren der Studie jetzt darin, die noch Unentschlossenen zu überzeugen. Die Kampagne „Deutschland krempelt die #ÄrmelHoch“ kommt bei ihnen jedenfalls nicht besonders gut an. Nur 15 Prozent finden sie gut.

Bei einer zielgerichteten Ansprache sollte es darum gehen, die Menschen von der Sicherheit der Impfstoffe zu überzeugen und den Nutzen und die Notwendigkeit der Impfung stärker zu betonen, schlägt die BZgA vor.

Niedrigschwellige Angebote weiter sinnvoll

„Den durch die mediale Aufmerksamkeit für Nebenwirkungen und die Schnelligkeit der Impfstoffentwicklung beeinflussten negativen Wahrnehmungen und dem geringeren Vertrauen in dieser Zielgruppe sollte in der Kommunikation gezielt entgegengewirkt werden.“

Für sinnvoll halten die Autoren zielgruppenspezifische Informationen mit der transparenten Erläuterung von Hintergründen. Sie sollten möglichst auch in den Sprachen der Adressaten verfügbar sein. „Zusätzlich bleibt es weiterhin wichtig, ungeimpfte Menschen mit niedrigschwelligen Impfangeboten vor Ort zu erreichen.“

Fast 80 Prozent der Geimpften fühlen sich gut informiert

Die Befragung zeigt, dass der persönliche Schutz vor einer Ansteckung der wichtigste Grund für die Impfung ist. Ihn gaben 54 Prozent der Impfbefürworter an. Es folgten der Wunsch nach mehr Freiheiten mit 35 Prozent und der Schutz der Bevölkerung mit 26 Prozent. Als Argument gegen eine Impfung wurden am häufigsten der zu wenig erforschte Impfstoff (47 Prozent) und mögliche Nebenwirkungen (37 Prozent) genannt.

Mit 79 Prozent hält sich ein Großteil der Bevölkerung für gut oder sehr gut über die Corona-Impfung informiert. Anders sieht es bei den Ungeimpften aus. Von ihnen fühlen sich 47 Prozent mäßig, schlecht oder sehr schlecht informiert.

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